Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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habe ich das Bewußtſein davon, die Gewiſſensbiſſe, und ich begehe es nicht mehr.

Oſt habe ich dieſes von mir zur Zeit meiner Ehe geſchriebene Tagebuch wiedergeleſen, und aus dieſem Leſen, wobei ich die Trübſale meiner Frau, die Fol⸗ gen meiner Selbſtſucht geſchildert fand, ſchöpfte ich den Entſchluß, die Mitgift von Albine ihrer Familie zurückzugeben, und den unerſchütterlichen Willen, nie mehr, was auch geſchehen möge, eine Convenienzhei⸗ rath einzugehen.

Dieſen Abend ging ich alſo muthig, mit leichtem Herzen, die Stirne hoch, von Hauſe weg, und nach⸗ dem ich beſcheiden in einem Gaſthauſe in der Nähe des Theaters zu Mittag geſpeiſt hatte, begab ich mich in die Italieniſche Oper.

Es regnete in Strömen, die Straßen waren voll Koth, doch im Vertrauen auf meine dichte Fußbeklei⸗ dung patſchte ich mit Heiterkeit und in tiefer Ver⸗ achtung aller Spritzer; ich kam in die Gegend des Theaters, wo ſchon in langer Reihe Wagen fuhren, in denen ich durch den Wiederſchein der Lakernen meh⸗ rere junge und hübſche Frauen erblickte. Ich hatte einſt in der Geſellſchaft Einige von ihnen gekannt, und ich würde unerſchrocken ihren Blicken getrotzt ha⸗ ben, doch ſie verweilten nicht auf mir; meine Schritte beſchleunigend, um der Reihe der Wagen zuvorzukom⸗ men, gelangte ich zu dem Bureau, wo man die Billets nimmt; ich forderte ohne das geringſte Zögern einen Parterre⸗Platz (zum erſten Male in meinem Leben ging ich in's Parterre), und ich trat unter das Periſtyl, um meinen von Waſſer triefenden Regenſchirm abzugeben; ich war bis an die Kniebeugen beſchmutzt und in einen dicken, braunen, langhaarigen, von oben bis unten zu⸗ geknöpften Ueberrock gekleidet.

Während ich beim Bureau wartete, bis man eine Nummer an meinen Schirm geheftet hatte, gingen mehrere ſehr elegant gekleidete Damen in Begleitung