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Herr; ich hatte eine junge und hübſche Frau, ein vor⸗ treffliches Haus, eine herrliche Jagd, Felder, deren Cultur den Neid meiner Nachbarn erregte, prächtiges Vieh, das ich mit großen Koſten aus Flandern und England hatte kommen laſſen. Eitelkeit! Eitelkeit!
„Meine Frau iſt vor Kummer geſtorben, in's Grab gebracht durch ihre Liebe für einen Andern, als für mich; ich habe mich zu Grunde gerichtet, indem ich meine Güter in Ertrag ſetzen wollte und meine Fonds in der Induſtrie anlegte; dieſe Beſchäftigungen verur⸗ ſachten mir nur Sorgen.
„Ach! es ſind mir die Augen für immer über ſo viele Illuſtonen aufgegangen! Ich bin dreißig Jahre alt, in moraliſcher Hinſicht aber ſechzig; meine Sinne ſind erloſchen, mein Herz iſt in Eis verwandelt; Madame Raymond iſt die letzte Frau, die es ſchlagen gemacht haben wird, und denke ich zuweilen noch an ſie, ſo ge⸗ ſchieht es, um meine lächerliche, tolle Liebe zu veiflu⸗ chen, die mir die gerechte Verachtung dieſer ſo ausge⸗ zeichneten, ſo ehrbaren Frau zugezogen hat. Ja, ja, meine letzten Illuſtonen find verſchwunden.
„Weit entfernt, mich zu beklagen über das Schick⸗ ſal, das mich von den Widerwärtigkeiten des Reichthums, von den Plackereien der Geſchäfte, für dte ich nie eine Geſchicklichkeit beſaß, befreit hat, bin ich beinahe ge⸗ neigt, den Ereigniſſen, die mir eine beſcheidene und dunkle Exiſtenz auferlegen, hiefür Dank zu ſagen.
„Paris und ſeine Berauſchungen ſind hier vor meiner Thüre; aber ſtark durch meine Erfahrung und meiner Geſundheit mich freuend, verachte ich Paris und ſeine Berauſchungen.
„Die Lecture, der Spaziergang, die Träumerei füllen meine Mußeſtunden aus. Ich ſinde hinreichende Mittel in mir ſelbſt, um der ganzen Welt entbehren zu können und mich nicht den Täuſchungen der Freund⸗ ſchaft auszuſetzen.


