Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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hätte er mich zu einer Zeit betroffen, wo mein Herz zufrieden, mein Geiſt ruhig geweſen wären; doch ge⸗ quält durch die Erinnerung an Albine und auch durch die Erinnerung an die gerechte und niederſchmetternde Verachtung von Madame Raymond, ſah ich mich ohne großen Kummer vom Reichthum zur Mittelmäßigkeit herabſinken.

MWit mir ſelbſt unzufrieden, traurig, niedergeſchla⸗ gen, ſchienen mir, nachdem ich ſeit langer Zeit auf die geräuſchvollen Vergnügungen der Welt verzichtet, ummlch auf das Gut zurückzuziehen, das ich ſpäter zu verkau⸗ fen genöthigt war, zwölftauſend Livres völlig 4 für die neue Lebensart, die ich ergreifen wollte.

Die Liquidation meiner Geſchäfte, die mich ſogleich nach dem Tode meiner Frau nach Paris rief, zer⸗ ſtreute mich nothwendiger Weiſe von meinem Schmerze; als meine Intereſſen geordnet waren, machte auch mein Kummer einer tiefen Melancholie, einem Bedürf⸗ niſſe nach einer einſamen und einfachen Exiſtenz Platz, welche übrigens vollkommen mit der Mittelmäßigkeit meines Vermögens im Einklange ſtand.

Was ſoll ich ſagen? Ich fand eine Quelle von Poeſie in meinem Ruine! Die Wandelbarkeit, die Widerſprüche unſerer Begierden und Wünſche ſind ſo ſeltſam!

Des Pariſer Lebens müde, in der Abſicht, meine durch die Ausſchweifungen erſchütterte Geſundheit wie⸗ derzubefeſtigen, im Glauben, ich beſitze den Geſchmack für die Zurückgezogenheit und das Landleben, oder die⸗ ſen Geſchmack wirklich beſitzend, hatte ich geheirathet, um auf meinen Gütern zu leben, hoffend, ich werde meine Tage im Frieden bei'meiner Frau, in den Süſ⸗ ſigkeiten des häuslichen Herdes, ſo wie ich ihn mir träumte, beſchließen, und der Zufall führte mich als Witwer und auf einen beſcheidenen Wohlſtand be⸗ ſchränkt nach Paris zurück. 6