J.
Indem ich meine Denkwürdigkeiten zu ſchreiben fortfahre, fühle ich das Bedürfniß, mir ſelbſt zu ſagen, wenn ſie keinen andern Zweck hätten, als den, die verſchiedenen Phaſen eines Lebens zu erzählen, das ſo unbedeutend iſt, wie das meinige, ſo würde ich die⸗ ſes traurige, peinliche Bekenntniß nicht fortſetzen, Da aber, mit ſeltenen Ausnahmen, jeder Menſch unge⸗ fähr allen Menſchen von einer der ſeinigen ähnlichen Lage gleicht, ſo werden, wie ich hoffe, einige Lehren aus dieſer Erzählung entſpringen können, deren einziges Verdienſt eine gegen mich unerbittliche Aufrichtigkeit iſt.
Der Tod von Albine, meiner erſten Frau, verur⸗ ſachte mir einen heftigen Kummerz; ich hatte das Be⸗ wußtſein ber unwürdigen Selbſtſucht, der ich dieſe Con⸗ venienzheirath ſchließend Folge geleiſtet; ich be⸗ klagte bitter die Fehler, die ich während der kurzen Dauer dieſer Verbindung begangen, in der ich das Glück hätte finden können, würde ich mich darauf be⸗ ſchränkt haben, die weiſen Rathſchläge von Madame Raymond zu befolgen, ſtatt mich ganz meiner tollen Liebe für ſie hinzugeben.
Der Aufenthalt in Riballiere wurde mir unerträg⸗ lich; überdies nöthigten mich noch andere Beweggründe, dieſen Ort zu verlaſſen.


