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„Meine liebe Albine, werden wir morgen im offe⸗ nen oder im geſchloſſenen Wagen ausfahren?“
„Im vffenen, wenn es das Wetter erlaubt.“
„Sie haben heute Morgen in der Kirche nicht kalt gehabt?“
„Nein.“
„Haben Sie die Rechnungen der Dienſtboten und des Kochs durchgegangen? Sind ſie richtig, liebe Freundin?“
„Ganz richtig!“
Und Albine war erſt achtzehn Jahre alt! . . .
Fernand Dupleſſis ſtrahlte, und alle Tage ſpendete er ſich Beifall zu ſeinem Syſteme. Seine Geſundheit war wiedergekehrt. Wie ein vollendeter Spieler, der eine Schachpartie mit irgend Einem verfolgen würde, dem kaum die Elementarregeln bekannt wären, ordnete er ſeine Exiſtenz mit Albine, ohne ſie um ihre Anſicht zu fragen. Seine Zurückhaltung ihr gegenüber, ſeine beſtändige Sorge, das zu vermeiden, was im Stande wäre, ihre Einbildungskraft zu ſtacheln, romanhafte Wünſche und Begierden zu erwecken, Alles dies ſchien ihm der höchſte Grad menſchlicher Klugheit zu ſein. Gegen ſeine macchiavelliſtiſchen Combinationen ſchätzte er das vom Verfaſſer der Phyſiologie der Ehe bezeichnete Verfahren als ein Schülerſpiel. Da die Heirath für ihn eine Art von Abſchied von den Ver⸗ gnügungen ſeiner Jugend war, ſo hatte er gerade eine blonde Frau genommen, weil er die Blonden nicht liebte, oder vielmehr, weil er in ſeinem Leben nur eine blonde Frau geliebt hatte, Madame Raymond, — und er ſah ſie mit Vergnügen dick werden, weil er einen Abſcheu vor den dicken Frauen hatte. Nach einer Ehe von drei Monaten hielt er ſich auch in jeder Hin⸗ ſicht für berechtigt, in ein Tagebuch, das er regel⸗ mäßig führte, zu ſchreiben:
„Unaufhörliche Ruhe. Vollkommenes Glück. Ob⸗
gleich meine Beſcheidenheit darunter muß ich


