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Ameublement zu vervollſtändigen, ſah man über dem Kamin ein grün, roſenfarbig und blaues Gemälde, einen Schäfer vorſtellend, der die Sackpfeife vor zwei Schäferinnen und gekräufelten Lämmern ſpielte. Ein Eindruck eiſiger Traurigkeit bemächtigte ſich Albinens; um ihn zu verjagen, öffnete ſie eines von den Fenſtern, welche nach dem Parke gingen. Doch das Schauſpiel außen war noch trübſeliger, als das Schauſpiel innen. Der Wind hatte ſich erhoben und trieb die ſchweren Regenwolken vor ſich her, welche am bleichen Halb⸗ monde hinzogen; man ſah im Parke nur die großen Baumgruppen, die ſich ſchwarz vom grauen Himmel abhoben, und den weißlichen Lauf des die Wieſen durch⸗ ſchneidenden Baches.
Albine brachte eine Stunde mit dem Ellenbogen auf die Fenſterlehne geſtützt, vom Regen gepeitſcht, zu. Sie glaubte ſich für immer verlyren in dieſer Einſam⸗ keit, und den peinlichſten Bildern ſich hingebend, ent⸗ ſchlummerte ſie erſt, als ſie des Weinens müde war.
Es gibt keinen beſſeren Arzt auf der Welt, als die Sonne, und nach der Sonne die Gewohnheit. Al⸗ bine ſollte dies bald erfahren. Am andern Morgen, als ſie ihre Läden öffnete, ſchien ihr der⸗ Park ein ganz anderes Anſehen gewonnen zu haben: der Raſen
war ſmaragdgrün, die Bäume boten die ſchönen fahl⸗ rothen Farben des Spätjahrs; der Fluß, aus dem ſich ein leichter Dunſt erhob, glänzte wie Silber unter einer zarten Gaze; in der Ferne weidete eine herr⸗ liche Heerde weißer und orangefarbiger Kühe auf dem Wiesgrunde.
Mittlerweile ertönte die Glocke zum Frühſtück. Albine ging in den Speiſeſaal hinab, wo ſie Fernand erwartete. Unter Weges fand ſie, daß beim hellen Tage und im Sonnenſchein geſehen das Schloß weni⸗ ger traurig war, als ſie gedacht hatte. Eine Spazier⸗ fahrt ließ ſie ſodann die Schönheit der Umgebungen
Fernand Dupleſſis. TII. 2


