Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Blouſe und dicke Schuhe zu tragen, um ſich jeden Mor⸗

gen von einer weißen Hand eine Taſſe Eſelsmilch rei⸗ chen und ſich alle Abende die Zeitungen von einer jun⸗ gen Stimme vorleſen zu laſſen; wenn er heirathete, ſo geſchah es, um ſchlafend gut zu verdauen; um die Landwirthſchaft, den Gartenbau und die Fiſcheultur zu lernen; um Niemand zu empfangen und in ſeiner Um⸗ gebung immer das Stillſchweigen und die Ruhe zu haben, mit einem Worte: um ein Ende zu ma⸗ chen, das iſt der geheiligte Ausdruck.

Albine dagegen hatte geheirathet, um einen An⸗ fang zu machen; ſie hatte geheirathet, um zum Ge⸗ räuſche und zum Feſte erſt gebyren zu werden, um die Welt kennen zu lernen, um das Theater zu beſuchen, kurz, um das für eine junge Frau ſo verführeriſche Pariſer Leben zu leben. Sie mußte ihre Wünſche er⸗ ſticken vor dem ruhigen, höflichen Willen ihres Gat⸗ ten, der ihr vor Allem von der heiligen Sendung einer Gattin und von den ſtrengen Pflichten ſprach, die ſie in ſich ſchließt, der ihr die Ehe als etwas Ernſtes, ganz von Hingebungen und Opfern Erfülltes ſchilderte, der ihr auf den Kopf und auf das Herz das Eis ſei⸗ ner Erfahrung legte. Albine wagte es nicht, in einer erſten Unterredung Neigungen kundzugeben, die zu un⸗ mittelbar denen von Fernand entgegengeſetzt waren, und am andern Tage nach der Hochzeit führte ein Reiſewagen Beide nach dem Schloſſe Riballiere, das einige Meilen von Chateaurour lag.

Es fiel ein kleiner, feiner Regen, und das Wetter war düſter. Albine, als man angekommen war, ſchützte Müdigkeit von der Reiſe vor, um ſich in ihre Wohnung zurückzuziehen. Das war ein großes, ſchwach von zwei Kerzen erleuchtetes Zimmer, mit einer alten Zitztapete, worauf mit dem Fiſchfang beſchäftigte Chi⸗ neſen ſichtbar; der Baldachin des Bettes und die Fen⸗

ſtervorhänge waren auch von Zitz. Ein türkiſcher Tep⸗ pich bedeckte den Boden, und um dieſes altmodiſche