Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

bindung. Dem zu Folge ſchrieb er einen von den Briefen, welche unabänderlich mit den Worten:Ich werde offenherzig ſein, anfangen und eben ſo viele Lügen enthalten:

Er ſagte ihr unter anderen Dingen:

Ich muß Ihnen vor Allem erklären, meine liebe Ceſarine, daß ich bereit bin, den von mir am Bette des ſterbenden Hyaeinthe geſchworenen Eid zu erfüllen. Sie ſind Mutter; ein Zögern iſt mir nicht mehr mög⸗ lich, Sie werden meine Frau ſein, wenn ſie es fordern. Das iſt Ihr Recht, ich erkenne es anz ich werde mich dieſem unterwerfen. Doch ich muß Ihnen bemerken, daß ich mich unüberlegt gegen Sie verbind⸗ lich gemacht zu haben befürchte, meine liebe Ceſarine, hören Sie, warum:

Viele Jahre werden ohne Zweifel vergehen, ehe das Alter meine Leidenſchaften gedämpft hat. Ich zähle ſechsundzwanzig Jahre, und ich fühle mich unfä⸗ hig, Ihnen zu verſprechen, ein treuer Gatte zu ſein. Bin ich Ihnen untreu, ſo habe ich die unerſchütterliche Ueberzeugung, daß Sie meinem Betragen nachahmen wer⸗ den. Ich entſchuldige mich nicht, ich ſage in aller Aufrichtigkeit, was ich zu dieſer Stunde denke; glau⸗ ben Sie nicht, ich verberge einen feigen Hintergedan⸗ ken; es mag ſein, daß ich unwillkürlich übertriebenen Befürchtungen nachgebe; es mag ſein, daß ich ein beſſerer Ehemann werde, als ich annehme. . .

Und ſchließend ſetzte er hinzu:

Brauche ich Ihnen zu ſagen, meine liebe Ceſa⸗ rine, daß, was auch Ihr Entſchluß ſein mag, das Loos Ihres Kindes und das Ihrige geſichert ſein werden; morgen ſchon hinterlege ich eine Summe von hundert⸗ tauſend Franken bei einem Notar.

Folgendes war die Antwort von Ceſarine:

Ich danke Ihnen für Ihre Offenherzigkeit.

Ich entbinde Sie Ihres Wortes. .