Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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ſtehlichen Macht nachgegeben, ihre großen, feuchten Augen langſam auf ihn; verwirrt und aufgebracht über ſeine Stummheit, ſtand ſie endlich ungeſtüm auf und trat an's Fenſter.

Dieſer Blick, dieſe Bewegung, Alles verrückte Fernand den Kopf, machte ihn wahnſinnig. Er ſtand auch auf und rief:

Ceſarine!

In dieſem Augenblick kehrte Hyaeinthe zurück. Sein Brief war geſchrieben.

Wie werden nicht erzählen, wie Ceſarine allmälig dazu kam, daß ſie ihre Pflichten vergaß; bei einer ſtür⸗ miſchen Schönheit wie die ihrige, bei einem ſo ſchwan⸗ kenden Willen wie der von Fernand Dupleſſis, iſt die Thatſache nur zu begreiflich. Durch welche unglück⸗ liche eyniſche Verblendung konnten ſich aber dieſe zwei Liebenden überreden, mit Hülfe von unendlichen Vor⸗ ſichtsmaßregeln werde das Glück von Hyaeinthe nie einen Schlag, eine Verletzung erleiden? Bis zu wel⸗ chem Grade, mußten ſich, um dahin zu gelangen, der Begriff von Gut und Böſe, von Recht oder Unrecht in ihrem Geiſte verwirrt haben? Die Unglücklichen! wag⸗ ten ſie es nicht, wenn ſie von ihm ſprachen: Unſer Hyacinthe zu ſagen?

Fernand hatte weder ein ehernes, noch ein ver⸗ dorbenes Gemüth; er verrieth aber ſeinen beſten Freund. Der ganze Schlüſſel ſeines Charakters iſt hierin zu finden. Ceſarine war es, die ihn fortriß und beherrſchte; ſie, dieſe berauſchende, verhängnißvolle Geſtalt war es, die ſeine Gewiſſensbiſſe beſchwichtigte und in folgenden Worten zu ihm ſprach:

Hyacinthe, ſagſt Du? Nun! bin ich minder lie⸗ bend gegen ihn, als in der Vergangenheit? Nein, denn er flößt mir dieſelbe Zuneigung ein. Du weiſt es, Fernand, es vergeht kein Tag, an dem wir nicht ſagen: engeliſches Herz! bezaubernder Geiſt! treffliches Zartgefühl. Und das ſagen wir ohne Heuchelei; er