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dieſe Zuneigung nicht Liebe nennen, es war nur Dank⸗ barkeit und Ergebenheit. Hatte aber die Schöpfung je ein Weſen für die ſtolze, mit Flammen bekränzte Lei⸗ denſchaft gebildet, ſo war es ſicherlich Ceſarine, welche den Typus von Venus Aphrodite im ganzen Strahlen⸗ glanze ihrer Jugend bot. Alles, bis auf den vibri⸗ renden Klang ihrer Altſtimme, vermehrte ihren Charak⸗ ter ſtrahlender Sinnlichkeit.
Gleichviel, je anziehender ſie ihm erſchien, deſto mehr ſchwur er ſich, in ihr die Frau eines Jugend⸗ freundes zu ehren; er ſuchte ſowohl das unvermuthete Zuſammentreffen in den Tuilerien, als die bezeichnende Lecture von Faublas zu vergeſſen; indeß er ſich aber ſtrenge Regeln des Benehmens auferlegte, bemerkte er nicht, daß ihn ſeine Schritte jeden Tag zu Hyaeinthe führten, und daß er ſich allmälig an einen Umgang gewöhnte, bei dem die Freundſchaft nur als Vorwand figurirte; oder regte ſich zuweilen in ihm das Bewußt⸗ ſein von ſeiner unredlichen Schwäche, ſo ſuchte er ſeine Gefühle von der Fährte abzubringen, indem er ſich ſagte, es werde ihm immer noch Zeit bleiben, ſich zu entfernen, ſollte er ſo wahnſinnig ſein, aus ſeiner Zu⸗ rückhaltung gegen Ceſarine herauszutreten.
Dieſe entſcheidende Probe bot ſich bald, und Fer⸗ nand entfernte ſich nicht.
Hyacinthe, der einen dringenden Brief zu ſchreiben haite, ließ ihn eines Abends mit ſeiner Frau allein. Es war das erſte Mal, daß ſie ſich unter vier Augen beiſammen befanden; das Geſpräch, das bis dahin ſehr belebt geweſen war, fiel plötzlich; wiederholt ſuchte es Fernand wieder aufzunehmen, doch das Beben ſeiner Stimme, das Unzuſammenhängende ſeiner Worte muß⸗ ten ſeine Gemüthsbewegung verrathen. Ceſarine be⸗ griff ohne Zweifel die Bedeutung dieſes Stillſchwei⸗
gens; denn ihre Wangen erbleichten und ihr Buſen
wogte heftig. Wünſchte ſie, befürchtete ſie ein Ge⸗ ſtändniß? Bald richtete ſie, als hätte ſie einer unwider⸗


