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einfaches Kleid; ein Strohhut und ein Arbeitskorb, aus dem eine angefangene Stickerei hervorſtand, lagen auf einem Stuhle, auf den ſie ihre Füße ſtützte, rei⸗ zende Füße, köſtlich bekleidet mit braunrothen Stiefelchen. Von dem Platze aus, wo Fernand Dupleſſis ſaß, konnte er nur das Profil der einſamen Leſerin unler⸗ ſcheiden; doch dieſes Proſil war bewunderungswürdig; dichte Büſchel glänzend ſchwarzer Haare verbreiteten ſich auf einem ſtolz entwickelten Halſe; der Wuchs war vollendet; die Hände beſonders waren ſo zart, ſo zier⸗ lich, daß er ſich entrüſtete, ſie ein Buch durchblät⸗ tern zu ſehen, das nach ſeiner fettigen Decke nur einem Leſecabinet gehören konnte.
Nie aber war ein prachtvoll gedrucktes, in Saf⸗ fian gebundenes, mit goldenen Wappen geziertes Buch gieriger geleſen worden, als dieſer ſchmutzige Band.
Mehrere Male ſah Fernand Dupleſſis plötzlich eine Röthe die Stirne der Unbekannten überſtrömen und ihren Buſen durch ſeine Schläge den dünnen weißen Stoff mit kleinen Roſenbouquets heben, mit dem er bedeckt war.
Der Ort war abgelegen, die Spaziergänger wa⸗ ren ſelten oder entfernt; da ſie ſich nicht beobachtet glaubte, ſo dachte ſie auch nicht daran, ihre Aufregung zu verbergen. Fernand zerbrach ſich den Kopf, um zu errathen was dieſe Frau ſein könnte, und auch, was für ein Buch ſie wohl leſe.
Der Zufall kam ſeiner Neugierde zu Hülfe. Nach einigen Augenblicken legte die Unbekannte das Buch auf den Rand des vor ihr ſtehenden Stuhles und warf mit der flachen Hand leicht ihre dicken Haarlocken zurück, als wollte ſie ihre Aufregung verjagen. Er benützte dieſen Augenblick, um geräuſchlos hinzutreten, und indem er wie aus Unachtſamkeit dem Stuhle einen leichten Stoß gab, machte er, daß das Buch offen auf den Boden fiel. Sogleich bückte er ſich, unter tauſend Entſchuldigungen wegen ſeiner ſcheinbaren Ungeſchick⸗
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