Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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eine brutale Weiſe in eine plumpe Theorie eingeweiht, ſollte Fernand nicht die geheimnißvollen und zarten Gradationen kennen lernen, welche bei der Liebe das ſind, was bei einer Roſe die Blumenblätter, und die ſich nur bei den reinen Seelen entwickeln.

Es war nicht der einzige Zweck des Leihers von Fau⸗ blas geweſen, Fernand zu verderben; nachdem er ſich zum Vertrauten ſeiner Eindrücke gemacht, nachdem er von ihm das Geſtändniß ſeiner Liebe für Madame Raymond erhalten hatte, entriß er ihm Fetzen um Fetzen Alles, was Fernand bei dieſer geſehen und gehört: die Leute mit Mützen und in Blouſen, die Erſcheinung des Mannes mit dem langen Barte an der Oeffnung des Speichers, das Geräuſch auf dem Boden . . Zwei Stunden nach dieſer Offenbarung erſchien das Gericht bei Madame Raymond und verhaftete den Oheim von Jean, welcher verfolgt wurde, weil er einen thätigen Antheil an den revolutionären Bewegungen im Süden genommen hatte. Der Leiher des ſchlechten Buches war ein Spion.

Der Schrecken von Fernand Dupleſſis, als er die Kataſtrophe erfuhr, deren Urſache er war, läßt ſich nicht ſchildern. Sein Kopf gerieth in Verwirrung. Ein Fenſter war offen; er lief dahin und ſtieg auf den Rand; doch zwei kräftige Hände hielten ihn in dem Augenblick, wo er ſich hinabſtürzen wollte, zurück. Das war Jean, der Mitleid mit ihm hatte.

Ich müßte Dich ſterben laſſen, ſagte er zu ihm, denn Du wirſt nur für das Böſe leben .. Das Blut der Meinigen, wenn es vergoſſen wird, falle auf Dich. p

Fernand konnte nicht mehr hören, denn er ſank in Ohnmacht. Jean, der aus dem Collége weggehen

wollte, um ſeinem Oheim zu Hülfe zu eilen, wurde von den Krankenwärtern geknebelt und fortgezogen.

Zur Enthauptung auf der Groöve verurtheilt, ward der Oheim von Jean durch die heldenmüthige, auf⸗