Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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die goldene Kette und die Berlocken ſeiner Uhr; ein verwegen ſchief auf zu ſehr gekräuſelte Haare geſetzter runder Hut und ein Stöckchen in der Hand vervoll⸗ ſtändigten dieſes ganz ariſtokratiſch elegante Coſtume.

Dieſe Eleganz war nicht heimiſch in der trauri⸗ gen, dürftigen Wohnung von Madame Raymond. Fer⸗ nand fühlte ſich auch unruhig und aus der Faſſung gebracht. Um ſein Erſtaunen zu vermehren, ſah er, während er im Garten ſpazieren ging, an einer Dach⸗ öffnung des Speichers einen bleichen, von einem lan⸗ gen Barte bedeckten Kopf, der ſich ungeſtül zurückzog, als hätte er geſehen worden zu ſein befürchtet. Einige Augenblicke nachher, da er wieder in das Speiſezim⸗ mer eingetreten war, hörte er auf dem Boden darüber einen heftigen Schlag. Jean und ſeine Mutter wech⸗ ſelten einen beſorgten Blick, und eine alte Magd, welche 1 Lippen noch nicht auseinander gethan hatte, mur⸗ melte:

Die verdammte Katze des Nachbars macht aber⸗ mals ihre Streiche!

In das Collége zurückgekehrt, wagte es Fernand nicht, von ſeinem Freunde die Erklärung dieſes Ge⸗ heimniſſes zu fordern, das er jedoch bald vergaß, um ſich nur der unbeſchreiblichen Schönheit von Madame Raymond zu erinnern.

In dieſem Augenblick hatte er am meiſten mora⸗ liſche Kraft nöthig; gerade in dieſem Augenblicke aber kehrten im Gegentheil die frivolen Grundſätze ſeiner Großmutter in ſeinen Geiſt zurück, und er ſchöpfte daraus zum Voraus die Rechtfertigung ſeiner Irrthü⸗ mer. Mittlerweile hatte er das Unglück in Verbin⸗ dung mit einem andern Kameraden zu treten, der ihm den Roman Faublas lieh. Dieſe gefährliche Lecture brachte Unruhe und Feuer in ſein Blut; er ſah klar in ſeinem Herzen, er begriff, daß er die Mutter von Jean Raymond liebte. So wurden durch ein ſchlechtes Buch die erſten Blüthen des Gefühls verdörrt. Auf