243
Plötzlich öffnet ſich die Thüre, der Arzt tritt bleich, bewegt ein, nimmt voll Mitleid meine Hand und ſpricht:
„Mein Herr . Muth gefaßt Sie bedürfen des Muthes .„
„Todt „ rief ich, „todt!“
„Ach! ſie wäre ohne Zweifel ihr ganzes Leben wahnſinnig geblieben.“
Ich habe meine Pflicht bis zum Ende erfüllt . .. ich habe den Leib von Elaudine zu ſeiner letzten Wohn⸗ ſtätte begleitet.
Das war der Ausgang meiner dritten Heirath . einer Neigungsheirath.
Ich bin nun beim Ende meiner Denkwürdigkeiten angelangt.
Ich werde keine Betrachtung über den letzten Schlag, der mich getroffen, beifügen, — ein tödtlicher Schlag, denn das Leben iſt mir nun verhaßt.
Nie (und wollte ich es auch. werde ich die Frau, die ich verloren, erſetzen können.
Die Einſamkeit wäre mir fortan unerträglich.
Und die geringſte Berührung mit der Welt un⸗ möglich.
Jean und meine Freunde ſind im Gefängniß, und wären ſie auch frei, welche Tröſtungen könnten ſie mir in meiner Verzweiflung bringen?
Wozu nun leben? der einzige und beſte Zweck meines Lebens iſt verloren.
Jean, ſeine Mutter und ſein Oheim werden dieſe Denkwürdigkeiten unverändert leſen.
Ich hoffe, die letzten Jahre meines Lebens und mein Tod werden meine vergangenen Irrthümer genug geſühnt haben, daß Jean und Herr Godefroid, wenn ſie meine frühere tolle Liebe für Madame Raymond erfahren, mir dieſelbe verzeihen, und whſ die Ver⸗
———


