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purroth und entflammt; ich ſetzte ſie aufrecht und hielt ſie in meinen Armen feſt. Träge und immer des Be⸗ wußtſeins beraubt, fiel ihr Kopf auf meine Schulter; ich fühlte ihren brennenden Athem mit Unterbrechun⸗ gen durch ihre vertrockneten Lippen hervorkommen.
Frangviſe brachte ein Gefäß herbei, um das Blut darin aufzuſgſſen, während der Arzt eine Binde von rothem Tuche um den Arm meiner Frau befeſtigte; dann ſtach er die Ader und das Blut ſprang.
Als ich dieſes Blut erblickte, wurde es mir einen Moment ſchwach um's Herz; doch ich beherrſchte meine Schwäche, und der Arzt ſagte mir bald mit einem leb⸗ haften Ausdrucke der Hoffnung:
Mein Herr, das Gehirn ſcheint ſich frei zu machen. Die Röthe der Wangen nimmt ab der Athem iſt minder gepreßt die Haut weniger brennend Die Augen öffnen ſich ein wenig. Das Bewußiſein kehrt ohne Zweifel ſogleich zurück. Die Wirkung die⸗ ſes Aderlaſſes wird, glaube ich, heilſam ſein 4ℳ
Dieſe günſtigen Symptome offenbarten ſich in der That, ſo wie der Arzt ſie bezeichnete. Claudine ſchien allmälig ihre Lebensgeiſter wieder zu ſammeln; bei ihrem Bette ſitzend, unterſtützte ich ſie immer mit mei⸗ nen Armen; ihre auf meiner Stirne ruhende Schulter berührte mein Geſicht. Bald hob ſie langſam den Kopf empor, öffnete ein wenig die Augen, erweiterte ſie dann in ihrer ganzen Größe und drehte ſie mit der Miene einer Irrſinnigen dahin und dorthin. Ach! dieſer einſt ſo ſanfte, ſo ausdrucksvolle Blick ſchien mir nicht mehr durch den Verſtand erleuchtet ..
Claudine warf ihre ſtieren Augen nach und nach auf das mit ihrem Blute gefüllte Gefäß auf den Arzt .. dann auf mich, und auf mich hefteten ſie ſich einige Secunden.
So wie ſie mich aufmerkſam anſchaute, nahm ihre Phyſiognomie, in der man bis vahin nur das Gepräge
Fernand Dupleſſis. W. 16


