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Arzt von Paris kommen zu laſſen, der ſich mit ihm berathen ſollte.
„Mein Herr,“ erwiederte er mir, „ich hätte Ihnen ſchon dieſe Maßregel vorgeſchlagen, um meine Ver⸗ antwortlichkeit ſicher zu ſtellen, doch ich befürchte, daß es leider zu ſpät iſt . Man braucht mehr als zwölf Stunden, um nach Paris zu gelungen und von da wieder zurückzukommen, angenommen, man finde den Arzt zu Hauſe, und er willige ein, auf der Stelle ab⸗ zureiſen .. Der Trank, den ich bereite, kann indeſſen eine heilſame Wirkung hervorbringen. Wird dieſe glückliche Wirkung hervorgebracht, ſo darf ich gute Hoffnung haben, und ich werde Sie ſelbſt erſuchen, ſo bald als möglich einen meiner ausgezeichnetſten Collegen von Paris hierher zu berufen.“
Die Bemerkungen des Arztes ſchienen mir ver⸗ nünftig, ich fügte mich und erwartete die Wirkung des Trankes mit einer unausſprechlichen Angſt.
Daß der Zuſtand von Claudine ſo beunruhigend, hatte ich nicht vermuthet; ich hielt mich für das Spiel⸗ zeug eines gräßlichen Traumes. Eine Stunde vorher noch voll Leben und Geſundheit, war ſie nun ſterbend. Sie nahm, ohne das Bewußtſein von dem zu haben, was ſie that, ein paar Löffel voll von dem Tranke, den der Arzt bereitet hatte. Ich unterſtützte den ge⸗ lähmten Kopf der Armen, und indem ich mit allen Kräften meiner Seele eine gluckliche Wirkung des Trankes wünſchte, der ſie zu ſich zurückrufen konnte, dachte ich zugleich mit einer unausſprechlichen Angſt
an ihren erſten Blick, an ihr erſtes Wort, wenn ſie
wieder zum Bewußtſein käme. Nach mehreren Minuten ſtillſchweigender Erwar⸗ tung ſagte mir der Arzt, traurig den Kopf ſchüttelnd: „Der Trank wirkt nicht . das Blut ſtrömt fort⸗ während gegen vas Gehirn; verſuchen wir es mit einem Aderlaß.“ Das Geſicht von Claudine war in der That pur⸗


