Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 14.-17. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Augen waren trocken; ihre Anfangs kalten Hände wur⸗ den brennend; ihr zuvor leichenblaſſes Geſicht war purpurroth von der Gluth eines hitzigen Fiebers; zu⸗ weilen bewegten ſich ihre trockenen Lippen, doch ſie ſprach kein Wort mehr. Ich hielt es für klug, ſie in Erwartung des Arztes zu Bette zu bringen, was ich auch mit Hülfe von Frangviſe that.

Von Zeit zu Zeit preßte ſie maſchinenmäßig ihre Hände an ihre Stirne, wo der Sitz ihres Schmerzes zu ſein ſchien; dann ſtieß ſie einige klägliche Seufzer aus, doch das Bewußtſein kam nicht wieder.

Herr, ſprach Frangoiſe zu mir,reden Sie doch mit Madame, vielleicht wird ſie Ihre Stimme erkennen.

Ich fürchtete ſo ſehr das Erwachen von Claudine, daß ich zögerte, den Verſuch zu machen, daſſelbe zu veran⸗ laſſen; ich neigte mich indeſſen gegen ſie und ſagte mit einer durch die Thränen gehemmten Stimme:

Claudine Claudine hoörſt Du mich, lie⸗ bes Kind?

Sie antwortete mir nicht; ihre Züge behielten ihren ſchmerzlichen Ausdruck, und bald floß ein bren⸗ nender Schweiß über ihr Geſicht. Ich fragte mich, ob dieſes Symptom günſtig oder ungünſtig ſei, als endlich der Arzt kam. Ich glaubte ihm nichts verber⸗ gen zu müſſen, geſtand ihm die Urſache der erſchreck⸗ lichen Gemüthserſchütterung, in deren Folge meine Frau das Bewußtſein verloren hatte, und fügte einige Einzelheiten über ihre übermäßige Empfindlichkeit bei, welche ohne Zweifel durch ihre Schwangerſchaft noch geſteigert ſei.

Der Arzt, nachdem er Claudine unterſucht und ihr den Puls gefühlt hatte, ſchien ſehr beſorgt; er war nach der Gewohnheit der Aerzte auf dem Lande mit einem Apothekerkäſtchen verſehen und bereitete ſchleu⸗ nigſt einen Tranf. Immer mehr beunruhigt, drückte ich ihm meinen Wunſch aus, auf der Stelle den beſten