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meine Frau ungemein liebte, leckte ihre Hände, wäh⸗ rend ich ſie einige Tropfen engliſchen Eſſig einathmen ließ. Mochte nun dieſes Mittel ſeine Wirkung hervor⸗ bringen, mochte die Kriſe an Heftigkeit nachlaſſen, die Zähne von Claudine thaten ſich auseinander, und ich hörte ſie bald mit ſchwacher, ſtockender Stimme und einem Ausdrucke des Schreckens murmeln:
„Blut auf dem Boden . Blut an den Wänden oh! überall überall Blut in dieſem Hauſe .
Ich erinnerte mich, daß in den erſten Zeiten un⸗ ſerer Ehe die rothe Farbe des Teppichs und der Ta⸗ pete in meiner Bibliothek einen lebhaften Eindruck auf die Arme gemacht hatte, doch es war mir gelungen, bei ihr dieſes Gefühl einer unüberlegten, unbegründe⸗ ten Bangigkeit zu überwinden, und mehr als einmal ſcherzten wir ſpäter hierüber mit einander. Ich konnte nicht begreifen, warum ihr Geiſt aufs Neue von die⸗ ſem Umſtande ſo lebhaft betroffen war, denn obgleich ſie immer noch des Bewußtſeins beraubt ſchien, wieder⸗ holte ſie von Zeit zu Zeit mit leiſer Stimme und ſchauernd:
„Blut „Blut überall im Hauſe!“
Ein Schimmer von Hoffnung ergriff meinen Geiſt, als ich am Fuße der Cauſeuſe das Journal des Débats liegen ſah, das den Händen von Claudine bei meinem Eintritte in das Cabinet entfallen war.
Ohne Zweifel, ſagte ich zu mir, hat fie in dieſem Blatte die Erzählung von einem gräßlichen Morde geleſen, und ihre natürliche Reizbarkeit, vermehrt durch ihre Schwangerſchaft, ein Zuſtand, der die Intenfität aller Eindrücke bei den Frauen verdoppelt, wird ihr dieſen Anfall tollen Schreckens zugezogen haben.
Da ich mir über dieſen für mich ſo wichtigen Gegenſtand Aufklärung verſchaffen wollte, ſo hob ich dieſes Journal auf und ſuchte gierig unter den Pariſer Neuigkeiten oder im Rechenſchaftsberichte der Tribunale,


