Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 14.-17. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Zu Hülfe! .. Mörder! zu Hülfe! .. .

Dann aber war jie erſchöpft durch den anſtrengen⸗ den Lauf, ihre Kräfte entſchwanden ihr vollends, ſie fiel mitten auf dem Wege auf die Kniee, ſank zuſam⸗ und als! ich bei ihr ankam, hielt ich ſie für

odt .

Dieſes ſchmerzliche Ereigniß und beſonders der letzte Schrei von Claudine: zu Hülfe! Mörder! waren mir unbegreiflich; ich dachte nur daran, ſie auf⸗ zuheben und zu mir nach Hauſe zu bringen. Ich nahm ſie in meine Arme und kehrte ſo ſchnell, als ich konnte, mit dieſer theuren und traurigen Bürde belaſtet nach meiner Wohnung zuruck; ihr Kopf ſtützte ſich auf meine Schulter, ihr Geſicht berührte zuweilen das meinige, ich fühlte, daß ihre Wange in einem kalten Schweiße gebadet war; von Zeit zu Zeit ſtemmten ſich ihre Glie⸗ der krampfhaft an; ihre Lippen bewegten ſich und ließen einige unverſtändliche Töne hervorgehen, dann verſank ſie wieder in eine völlige Lähmung.

Ich ſah Maury und Frangoiſe mir entgegenlaufen; ſie hatten mich in Verfolgung von Claudine aus dem Garten wegeilen ſehen. Ich befahl meinem Bedien⸗ ten, ſich ſo ſchnell als möglich nach Chantilly zu be⸗ geben, auf der Poſt ein Cabriolet zu nehmen und ſchleunigſt einen Arzt zurückzubringen. Dann trug ich meine Frau mit Hülfe von Frangoiſe in mein Ca⸗ binet, und wir legten ſie Anfangs auf die Cauſeuſe, um ihr die erſte Pflege zu geben.

Ich kniete bei ihr nieder; ihre krampfhaft zuſam⸗ mengezogenen Hände waren eiskalt, ihre Zähne an einander gepreßt, ihre Augen halb geſchloſſen und ohne Blick. Trotz ihrer Ohnmacht, drückte ihr ſanftes Ge⸗ ſicht immer noch einen tiefen Schrecken aus; von Zeit zu Zeit hob ein Seufzer ungeſtüm ihren Buſen. Fran⸗ Foiſe verlor völlig den Kopf und weinte heiße Thrä⸗ nen. Ich weinte auch. Ein kindiſcher Vorfall ver⸗ doppelte meine Thränen. Meine kleine Hündin, welche