Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 14.-17. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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einem kaum ſiebenzehn Jahre alten Kinde, deſſen Un⸗ ſchuld, deſſen Anmuth, deſſen reizendes Geſammtweſen das, was ihm an regelmäßiger Schönheit fehlt, mehr als erſetzen. Ich entwickele den Verſtand dieſes Kin⸗ des, ſeine Fortſchritte bereiten mir köſtliche Genüſſe, und bei jeder Gabe, die es erlangt, ſehe ich ſeine Dankbarkeit und ſeine Zärtlichkeit gegen mich zunehmen.

„Ich ſage Dir, mein Freund, ich bin zu glücklich;

zuweilen erſchreckt mich dieſes Glück, weil es mir we⸗ niger verdient, als uſurpirt zu ſein ſcheint. „Nein, nein, ich bin ein Narr, dieſes Glück, ich verdanke es Deinem heilſamen Einfluſſe, dem Deiner Mutter und unſerer Freunde. Nein, es iſt nicht uſur⸗ pirt, ſondern legitim . da es aus der Ausübung des Gerechten und Guten entſpringt! Dieſer letztere Ge⸗ danke ſtärkt mich und gibt mir das Bewußtſein mich, nicht in mir, ſondern in Euch, meine Freunde, ver⸗ herrlichen zu können!

„Lebe wohl, mein lieber Jean, das iſt ein ſehr langer Brief, doch er faßt mein neues Leben zuſam⸗ men, und ich kann nun entſchloſſen verſichern: die Zu⸗ kunft wird die Gegenwart nicht Lügen ſtrafen.

„Du wirſt Deiner vortrefflichen Mutter und unſe⸗ ren Freunden die Einzelheiten, die ich Dir über Clau⸗ dine gebe, mittheilen, und ſie werden ſie, wie ich glaube, mit dem Intereſſe leſen, das ſie Allem gewähren, was mich betrifft.

„Noch einmal, Gott befohlen, mein Freund; wie⸗ derhole Deiner Mutter den Ausdruck meiner ehrfurchts⸗ vollen Ergebenheit und meiner unveränderlichen Dank⸗ barkeit; drücke unſeren Freunden die Hand, und glaube mir, daß ich brüderlich der Deinige bin.

„Fernand Dupleſſis.“