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würdigen Kindes, dem ich mein Leben geweiht, aus⸗ üben! Ah! Ihr habt Euch gerächt, wie ſich edle Her⸗ zen rächen! Ihr habt mir geſagt: „„Du haſt das Gute geleugnet Du wirſt das Gute thun und Du wirſt glücklich ſein!““
„Ja. die Erziehung beſſert, erhebt das Menſchen⸗ geſchlecht! Ohne etwas von ihren angeborenen guten Eigenſchaften zu verlieren, ohne ſich weniger ſorgfäl⸗ tig bei den Details der Haushaltung und als eine min⸗ der fleißige Arbeiterin zu zeigen, erlangt Claudine jiden Tag einen neuen Werth; ihr Urtheil reift, ihre Vernunft bildet ſich, ihr Geiſt entwickelt ſich, ihre Sprache verwandelt ſich, ihre Gedanken formen ſich mit aller Zartheit; Alles, bis auf ihre außerordent⸗ liche, faſt krankhafte Empfindlichkeit beruhigt, beſänf⸗ tigt ſich allmälig durch das Nachdenken und die Ueber⸗ legung.
3 „Höre, Jean, ich verberge Dir dieſe Schwäche nicht. vergib ſie mir: Ich fühle mich zu glücklich! „Ja, manchmal erſchreckt mich ſo viel Glück!
„Wo ſfind meine Anſprüche, daß ich es verdiene?
„Nach grauſamen Qualen, die ich meinen ſchlim⸗ men Leidenſchaften zu verdanken hatte, zog ich mich, ohne den Eitelkeiten, über die mir endlich die Augen auf⸗ gegangen waren, das geringſte Bedauern zu ſchenken, in eine beſcheidene, lachende Einſamkeit zurück, wohin mir Deine unwandelbare Freundſchaft folgte; ich ver⸗ langte vom Studium Tröſtungen, und es verſchwendete ſeine Schätze an mich! Ich hörte auf Deine Rath⸗ ſchläge, auf die Deiner Mutter! Was kann leichter und reizender ſein, als auf Räthe zu hören, wie Ihr ſeid? Ich intereſſirte mich für dieſes Mädchen „ich hatte nur einen Zweck: ſein Glück. Und dieſes Glück, das Claudine genießt, macht mich zum glücklichſten Menſchen. Ich zähle vierzig Jahre, habe beinahe weiße Haare, und ich bin geliebt, ja S von


