Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 14.-17. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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„Kannſt Du Dir nun, mein Freund, eine mit der unſeren vergleichbare Glückſeligkeit vorſtellen? Und dieſe Glückſeligkeit verdanken wir den vortrefflichen Rathſchlägen Deiner Mutter. „Er muß,““ hat ſie geſagt, und ich vermöchte es nicht zu oft zu wiederholen. „„er muß Claudine das Leben der Seele geben.““

„Ah! mein Freund, dieſer Rath offenbart eine tiefe und bewunderungswürdige Kenntniß der menſchli⸗ chen Seele; wie ſehr wird er durch die Ausübung gerecht⸗ fertigt! Was wäre ohneunſere ſüßen Beſchäftigungen aller Augenblicke mein Leben und das meiner Frau geweſen, trotz des Wohlbehagens und der Zärtlichkeit, womit ich ſie umgeben hätte? was wären die Gegenſtände unſerer Geſpräche geweſen? wie ſie zu mir heranzie⸗ hen oder zu ihr hinabſteigen? mit einem Worte, wie Deine Mutter mit ſo tiefem Verſtande ſagte: wie Claudine mit mir in's Vertrauen ſetzeu? ſie plau⸗

dern machen, ſo das Eis brechen? die durch die Ver⸗

ſchiedenheit der Lebenslage, durch die Altersverſchie⸗ denheit, und ſogar durch die Ehrfurchl und die Dank⸗ barkeit zwiſchen uns beſtehende Kluft ausfüllen? „Erinnerſt Du Dich, mein lieber Jean, unſerer Discuſſionen in Riballiere in Betreff der Erziehung, des Geſchmacks für die Wiſſenſchaften und Künſte, womit Ihr, Deine Mutter und Du, dieſe armen, der Unwiſſenheit, der Verdumpfung, dem Elend, der Noth⸗ wendigkeit einer unabläſſigen, erdrückenden Arbeit preis⸗ gegeben und der göttlichen Freuden der Intelligenz enlerbten Geſchöpfe begaben wolltet? Ihr behauptet es, der Unterricht erhebe, beſſere das Menſchengeſchlecht. Ich nahm damals Eure Worte mit einem albernen Spotte auf; ich antwortete mit elenden Sarkasmen, mit traurigen Sophismen, geſchöpft aus dem Egois⸗ mus und der Hoffart meiner Lebenslage, welche über der dieſer Unglücklichen. Wer mir damals geſagt hätte, ich werde eines Tags Cure weiſen Marimen zu meinem Glücke und beſonders zu dem des liebens⸗