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ohne es zu ſehen!““ ruft von Zeit zu Zeit Clandine in ihrer kreuherzigen Extaſe aus. „Gutes Väterchen, das ſein Kind überall leſen lehrt wie in den Büchern!““
„Der Betrachtung der Schönheiten der Natur füge ich einige Anfangsgründe der Geologie, der Botanik und der Naturgeſchichte bei. Der Frühling wird in dieſem Jahre ſehr bald eintreten; ſchon faͤngt die in der Arbeit begriffene Natur auf allen Seiten an her⸗ vorzubrechen; einige Inſecten ſummen, und die Vögel laſſen ihre erſten Lieder hören. Wir machen häufig unſere Ausflüge nach den Kalkfelſen der Inſel Moleton. Du begreifſt, mein Freund, die neuen Entzückungen von Claudine, wenn ich ihr hinſichtlich dieſer Felſen ſo einfach als möglich die verſchiedenen Phaſen der Bildung des Erdballs erkläre, wenn ich ihr die be⸗ wunderungswürdige Regelmäßigkeit der Geſetze vor⸗ ſtelle, welche bei dem Entſtehen der Pflanzen und bei der Entwickelung der belebten Weſen herrſchen.
„Dieſe von meiner Frau mit einer ebenſo ernſten als verſtändigen Aufmertſamkeit angehörten Lehren wer⸗ den oft unterbrochen durch Exploſionen der Freude und des Glückes, die dem Herzen dieſes theuren Kindes ent⸗ ſtrömen; dann hüpft und ſpringt ſie wie ein junges Reh und macht herrliche Lauſpartieen mit Liſette, der beſtändi⸗ gen Gefährtin unſerer Spaziergänge; nach dieſen un⸗ ſchuldigen Tollheiten, denen ich lächelnd mit dem Blicke folge, läuft Claudine, die Wange belebt, das Auge ſtrahlend, im Geſichte das Gepräge einer unausſprech⸗ lichen Zufriedenheit, zu mir zurück.
„„Väterchen,“ ſagt ſie zu mir, „Sie müſſen Ihrem Kinde verzeihen, es iſt ſo glücklich durch Alles das, worüber Sie es belehren! ohi ſehen Sie .. ſo glücklich, daß es zuweilen toll wird .. Dann kann es nicht am Platze bleiben, es muß laufen, ſpringen, ſich umher tummeln .. In ſolchen Angenblicken glaubt es, es habe Flügel wie ein Vogel.““


