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Die Fehler, welche Claudine beim Buchſtabiren begeht, die ſeltſame Zuſammenſtellung von Buchſtaben, die un⸗ regelmäßige Figur der Charaktere, die ſie mit einer noch unerfahrenen Hand zeichnet, geben uns Beide viel zu lachen, und iſt dann unſer Anfall von Heiterkeit vorüber, ſo ſagt ſie mit ihrer ſanften Stimme zu mir: „Väterchen ſoll ſehen, daß es ſein Kind dies⸗ mal beſſer machen wird.““
„Nach den Lectionen frühſtücken wir, dann unter⸗ nehmen wir, wie auch das Wetter ſein mag, unſern Spaziergang, denn durch den ſandigen Boden des Wal⸗ des von Chantilly find die Baumgänge immer trocken, und hätte es auch in Strömen geregnet.
„Während dieſer langen Spaziergänge, die meine Frau eben ſo ſehr liebt als ich, gefalle ich mir darin, nach den Lehren Deiner Mutter, die ich leider einſt alberner Weiſe in Riballiére befämpfte, ich gefalle mir darin, ſage ich, dieſem theuren Kinde das Bewußtſein und die Kenntniß der Herrlichkeiten der Natur zu ge⸗ ben. Ein durch die bleichen Winternebel gleitender Lichtſtrahl, die Abnahme der Nuancen eines in durch⸗ ſichtige Dünſte gebadeten fernen Horizonts, die impoſante Maſſe der Wolken, die ſich an der Unermeßlichkeit des Himmels, hier düſter, dort mit Purpur und Gold be⸗ franſt, enthüllen; die ſtrenge Silhouette der ihrer Blät⸗ ter beraubten hundertjährigen Bäume des Waldes, das Spiegeln der Sonne bei ihrem Untergange auf den ruhigen Waſſern der Teiche; die unabläſſigen Spiele, die beſtändigen Gegenſätze von Schatten und Licht; die tauſend Anſichten der Schöpfung, erhabene auf jedem Schritte verſchwendete Gemälde, kurz, die Natur, das iſt der tägliche Gegenſtand unſeres Studiums und unſerer Bewunderung!! Die Seele und der Geiſt von Claudine ſind dergeſtalt geöffnet für die Auffaſſung des Schönen, daß ſie dieſe Wunder mit Entzücken be⸗ trachtet und würdigt.
„„Wenn man bedenkt, daß ich Alles dies ſah,


