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Frau! nie haben ſo reine Tugenden den häuslichen Herd geheiligt!““ Ah! ich lache zum Voraus, indem ich mir Ihr unbezahlbares Geſicht vorſtelle, wenn Sie fortan mein Lob werden ſingen hören!
Ich.
„Ja, wenn ich nicht etwa dieſen unwürdig ge⸗ täuſchten Lobrebnern ſage: Verzeihen Sie, Madame Dupleſſis iſt die Letzte der Elenden!
Ceſarine.
„Mein Lieber, ich kenne Sie aus dem Grunde! Sie ſind viel zu hochmüthig, Sie befürchten beſonders viel zu ſehr das, was Sie Ihren Namen nennen, entehrt zu ſehen, um ihn ſelbſt in der Perſon Ihrer Frau zu entehren; Sie werden alſo ganz in der Stille in jede Art von ſauren Aepfeln beißen und es vorziehen, für den glücklichen Gatten der ehrlichſten Frau der Welt zu gelten, ein gutes Haus, einen guten Tiſch, ein gutes Lager zu haben und alle Monate Ihre Gage einzu⸗ ſacken, nicht mehr und nicht weniger, als der Gemahl irgend einer Königin! 39
Ich.
„Und wenn mir zufällig dieſes ehrenvolle Hand⸗
werk nicht anſtünde? Wenn ich Sie verließe? Ceſarine.
„Unmöglich! wir find beſtimmt, immer mit
einander zu leben . Ihre Kette iſt genietet ..
„Ah! es iſt allerdings an dem Tage, wo ein Prieſter unſere Verbindung einſegnete, der Blitz nicht auf Sie gefallen! Dieſe Strafloſigkeit muß Sie für die Zukunft beruhigen; nehmen wir indeſſen an, das Wenige von Zartgefühl, was nach Ihrer Meinung in der Tiefe mei⸗ ner Seele bleibt, empöre ſich .. Nehmen wir an, ſeltſames Phänomen! dieſem guten Lager, dieſem guten Tiſche, dieſer Gage erkauft durch mein Stillſchweigen, das mich zum Genoſſen Ihrer ſchändlichen Heuchelei


