Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 14.-17. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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geheirathet haben? Nein, es bleiben in Ihnen, und ſie werden immer bleiben, gewiſſe zarte, ſehr empfindliche Fibern, die ich grauſam, unabläſſig zu verwunden ge⸗ denke; doch dies nur im Geheimniß unſeres vertrau⸗ lichen inneren Lebens. Halten Sie mich etwa für ſo dumm, daß ich glaube, Sie würden, wenn ich Sie öffentlich mit Schmach bedeckte, nur vier und zwanzig Stunden bei mir bleiben, ſo heftig auch Ihr Bedürfniß nach Genüſſen und Lurus ſein mag?

Ich.

„Ich verſtehe Sie nicht ..

Ceſarine.

„Ich will mich deutlich ausſprechen, hören Sie mich an: auswärts und für Alle ohne Ausnahme werde ich immer Madame Dupleſſis ſein, dieſe rechtſchaffene, durch ihre exemplariſchen Tugenden, durch ihre brünſtige Frömmigkeit der innigen Freundſchaft der Marquiſe von Montbriſon ſo würdige Frau! Offenherzig geſtanden, nichts beluſtigt mich mehr, als die Ehrfurcht, von der ich umgeben bin; nur die tief entſittlichten Leute, mein Lieber, ſind im Stande, mit Wonne die Hochachtung zu koſten, zu genießen, der ſie durch ihre ausgezeichnete Heuchelei theilhaftig werden.. die wahrhaft ſchätzens⸗ werthen Leute genießen ſie wie eine ihnen gebührende Sache . Ich wiederhole Ihnen alſo, ich werde fort⸗ fahren, in den Augen Aller die tadelloſe Madame Du⸗ pleſſis zu ſein. Verſtehen Sie nun?

Ich.

„Ja.

Ceſarine.

„Das iſt ein Glück! Doch für Sie, Fernand Du⸗ pleſſis, für Sie allein werde ich die entſetzliche Frau ſein, die Sie kennen! Die würdige Gefährkin des ehr⸗ lichen Jefferſon! Damit iſt Alles geſagt! Bedenken Sie doch! welches Vergnügen für mich, zu wiſſen, daß man Ihnen täglich in allen Tonarten wiederholen wird: „„Ah! Herr Dupleſſis . . . welch ein Engel iſt Ihre