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ich fühlte Thränen in meinen Augen rollen, und um ſie Madame Dupleſſis nicht ſehen zu laſſen, verbarg ich meinen Kopf in meinen Händen, indeß die Muſik fortwährend im Garten ſpielte.
Auf meine erſte Niedergeſchlagenheit folgte ein grauſamer Gedanke, grauſam wie die Qual, die ich ausſtand, wenn ich dachte, Vareuil könnte meinen Namen entehren
Doch um den Plan auszuführen, der plötzlich mei⸗ nen Geiſt wie ein Unheil drohender Blitz durchzuckte, mußte ich in der Verſtellung mit Ceſarine wetteifern; um dieſes Ungeheuer zu hintergehehen, mußte ich Ce⸗ ſarine glauben machen, ich ſei beinahe ſo gemein, als ſie verdorben und heuchleriſch war; da Charaktere wie der ihrige leicht der Niedrigkeit und dem Böſen Glauben beimeſſen, ſo konnte es mir wohl gelingen, ſie zu täu⸗ ſchen; unterſtützt durch den Haß und die Hoffnung auf eine nahe und furchtbare Rache, fügte ich mich in die entwürdigende Rolle, die ich mir auferlegte.
Das Ständchen endigte unter dem tiefen Still⸗ ſchweigen, das ich wie Ceſarine beobachtete; einen Augenblick betrachtete ich ſie durch meine Finger, die mein Geſicht bedeckten; trotz der vollendeten Schönheit dieſer Creatur hatte ihr durch den wilden Triumphides Haſſes zuſammengezogenes Geſicht einen häßlichen Aus⸗ druck. Sie nahm wieder das Wort mit einem höhniſchen Lächeln und ſagte:
„Wie gleichgültig find Sie gegen die Reize der Muſit!
Ich.
„Ihre Sarkasmen werden mich nun nicht mehr aufregen. Der Schlag war heftig und unerwartet; einen Augenblick hat er mich zu Boden geworfen, doch ich werde meine Kaltblütigkeit zu bewahren wiſſen.
Ceſarine.
„Ihre Kaltblütigkeit wird Sie nicht viel nützen;
Sie ſind dergeſtalt verſchlungen mit dem Gewebe, an


