Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 14.-17. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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38.

die ihn führte, daß ihn anſtändige Leute nur noch mit der Schamröthe auf der Stirne ausſprachen.

Und könnt Ihr dieſer Schmach, die in Euer Fleiſch eindringt, die ſich an Euch anhängt, die Euch ver⸗ zehrt wie das brennende Kleid des Centauren, könnt Ihr dieſer Schmach entgehen? Unmöglich! So weit Ihr fliehen, ſo tief Ihr Eure Schmach verbergen mö⸗ get, die Schande dieſer Weiber hat ſo viele Echos, ſo ferne Echos, daß ſie bis in die Tiefe Eurer Einſam⸗ keit Euren Namen, umgeben von ſeinem gräßlichen Rufe, bringen!

Ah! dieſer Gedanke erſchreckt mich!

Wenn unglücklicher Weiſe meine Befürchtung ſich verwirklichte, wenn ſich Ceſarine, ſchön, feurig, reich, kuhn, heuchleriſch und laſterhaft, auf dieſen ſchändli⸗ chen Weg werfen würde, ich glaube, wehe mir! gegen ſo viel Schande hätte ich keine andere Zuflucht, als das Grab! .

Ich bin wahnſinnig! und wie immer nehme ich meine übertriebenen Befürchtungen für Wirklichkeiten⸗

Was ſind im Grunde meine Beſchwerden gegen Ceſarine?

Ihre Kälte gegen mich!

Sie erklärt ſich durch religiöſe Skrupel und durch ihr Verlangen, eine ſtrafbare Vergangenheit zu ſühnen.

Ihr Befehl an ihren Notar, nur noch auf ihre Unterſchrift zu bezahlen!

Hat ſie mir nicht offenherzig geſtanden, ſie bedaure, dieſen Befehl ohne mein Wiſſen gegeben zu haben? Sie lebt nun ſo über den elenden menſchlichen Eitel⸗ keiten, daß ſie wirklich vergeſſen oder mißkennen konnte, was für mich Demüthigendes in dieſem Befehle lag.

Und was beweiſt dieſer Befehl an und für ſich? daß Ceſarine haushälteriſcher mit ihrem Vermögen iſt, als ich dachte? Sie fürchtet für ſich und für mich die Folgen meiner Verſchwendung; dieſe Furcht iſt aller⸗