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ſchließen, jeden Tag bei meiner Frau das für meine Ausgaben nöthige Geld zu betteln!
Wehe mir! Bei dieſem Gedanken kocht mein Blut! Ah! eher die gräßlichſte Noth!
Uebrigens bleiben mir ungefähr achtzigtauſend Franken, die Trümmer meines Vermögens: ich kann doch wenigſtens fliehen, in einer tiefen Einſamkeit leben, und ſo dieſe unſelige Ehe zerreißen, in der ich bis jetzt nichts als Demüthigung und Bitterkeit ge⸗ funden habe ..
Gut: ich gehe, ich überlaſſe Ceſarine ſich ſelbſt .. Ich lebe meinerſeits, ſie mag ihrerſeits leben.
Doch ſie führt meinen Namen!
Doch dieſer Name! ein für mich entſetzlicher Ge⸗ danke! ſie kann ihn eines Tages entehren! Morgen vielleicht! Hat Vareuil nicht die Unverſchämtheit ge⸗ habt, mir zu erklären, er wolle ſich, indem er meiner Frau den Hof mache, für die Bevorzugung rächen, die mir von Frau von Méligny zu Theil geworden?
Bis jetzt iſt Ceſarine, ich weiß es, das Muſter der Gattinnen geweſen. Sie iſt ein Engel! wie⸗ derholt man mir jeden Tag: ſie betet, ſie beichtet, ſie geht zum Abendmahle wie eine Heilige; es iſt wahr, nie hat ſie in irgend einer Beziehung meine Eiferſucht erregt, welche doch ſo entſetzlich mißtrauiſch . und mehr noch, die Religion hat meine Frau dergeſtalt gerei⸗ nigt, geheiligt, über die irdiſchen Leidenſchaften erho⸗ daß ſie ſogar die legitimen Zärtlichkeiten zurück⸗
Wenn aber unglücklicher Weiſe dieſes keuſche, my⸗ ſtiſche Aeußere nur Liſt, Lüge und Heuchelei wäre!
Wenn unter dieſer ſchamhaften, frommen Maske Ceſarine die Ceſarine von Einſt geblieben wäre! die Frau mit den glühenden Sinnen, die ſich in der Lecture von Faublas berauſchte! .. die ehebreche⸗ riſche Frau, die in der wilden Gluth ihrer Leiden⸗ ſchaft zu mir ſagte:


