34
Ich bin verſucht, dies zu glauben «. Meine Frau beſitzt zu viel Geiſt, zu viel Takt, um nicht den beleidigenden Ernſt einer ſolchen Maßregel gegen mich eingeſehen zu haben.
Warum jedoch mich ſo verletzen?
Sie muß mich genug kennen, um zu wiſſen, daß eine ſo brennende Wunde (wenn ich die Ueberzeugung erlange, daß ſie mir dieſelbe mit Bewußtſein geſchlagen hat), fortan unheilbar iſt; eine ſolche Demüthigung jeden Tag wiederholt würde mir unſere Ehe unerträg⸗ lich machen.
Iſt dies die geheime Abſicht von Ceſarine?
Warum hat ſie mich dann freiwillig geheirathet?
Warum iſt ſie dieſer Verbindung mit ſo viel Ei⸗ fer entgegengekommen?
Sollte ſie ſich in einem, nicht wohl möglichen, Raf⸗ ſinement von Heuchelei und Bosheit vorgenommen ha⸗ ben, mir das Leben unerträglich zu machen, zuerſt durch ihre Kälte, unter der ich ſo viel gelitten habe, und die ich zu vergeſſen anfange, und wollte ſie mich dann, haushälteriſch mit ihren Mitteln verfahrend, eine entwürdigende Abhängigkeit in Betreff der Geld⸗ frage erdulden laſſen?
Abgeſehen jedoch davon, daß eine ſolche abſcheu⸗ liche Combinat ion die Gränzen menſchlicher Bosheit überſchreitet, muß Madame Dupleſſis wiſſen, daß ich dieſe erniedrigende Vormundſchaft nicht ertragen werde.
Die Verfügung über unſer Vermögen kommt mir zu, mir als dem Haupte der Gemeinſchaft wie das Geſetz ſagt.
Gut; doch dieſes Vermögen, worin beſteht es?
In Portefeuillewerthen, welche in den Händen des Notars meiner Frau geblieben ſind, durch das Zartgefühl, mit dem ich bei dieſer Verbindung zu Werke gegangen bin, während doch eine der Trieb⸗ federn dabei niedrige Habgier war ein Zartgefühl,


