Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 14.-17. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Regungen bändigen konnte; ſeine Gnade hat mich heute nicht verlaſſen, ſie wird mich nie verlaſſen, ich hoffe es, oder vielmehr, ich glaube es, ich fühle es.

Mein Freund, Sie müſſen die ſtrafbare und lei⸗ denſchaftliche Geliebte vergeſſen; Sie müſſen in mir nur noch die Gattin ſehen, der dieſer Titel keuſches Verzichten zur Sühnung der Vergangenheit auferlegt...

Dieſes vernünftige Benehmen wird mir dictirt nicht nur durch das Bedürfniß eines Sühnopfers, ſondern auch durch die Vorſichtigkeit meiner Zuneigung für Sie.

Was Sie meine Schönheit nennen, iſt, wie jede menſchliche Sache, vergänglich; noch einige Jahre, und dieſe Schönheit wird verſchwunden ſein, und mit ihr werden die Entzückungen, die ſie Ihnen heute ver⸗ urſacht, verſchwinden.

Gewöhnen wir uns alſo jetzt ſchon, mein Freund, an die zärtlichen, vertraulichen, ergebenen, aber ernſten, frommen und gerade durch ihre Heiligkeit für immer vor jeder ſchmählichen Hinreißung der Sinne geſchütz⸗ ten gegenſeitigen Beziehungen; in wenigen Jahren würde uns das Alter das gebieten, was ich mir heute von Ihnen erbitte.

Kommen wir dieſer unvermeidlichen Erkaltung zuvor, und wir werden uns große Verrechnungen er⸗ ſparen.

Ich, was mich betrifft, mein Freund, bin, ich wiederhole es, Ihnen, entſchloſſen, unerſchütter⸗ lich entſchloſſen, dieſe Linie des Benehmens zu verfolgen; mein Glaube bezeichnet ſie mir, und in meinem Glauben werde ich, mit Gottes Hülfe, die Stärke finden, nie von dieſem weiſen Wege, deſſen Ziel unſer gemeinſchaftliches Glück iſt, abzugehen.

Ahmen Sie mir nach, mein Freund, bedenken Sie, daß uns jedes Opfer eines Tags angerechnet wird.

Und es wird wohl, wie ich hoffe, dieſer Brief die erſte Wolke, die ſich zwiſchen uns erhoben hat, zer⸗