4
Der Zeitpunkt unſerer Verbindung wurde auf den 20. November feſtgeſetzt.
Die kirchliche Trauung ſollte um zehn Uhr Abends in der Kapelle des Kloſters vom Heiligen Herzen in Gegenwart einer nicht zahlreichen und aus der be⸗ ſten Welt, das heißt, unter den vertrauten Bekannten von Frau von Montbriſon ausgewählten Geſellſchaft ſtattfinden.
Anfangs hatten wir, Frau Jefferſon und ich, im Sinne gehabt, die erſten MWonate nach unſerer Hoch⸗ zeit fern von Paris zuzubringen, doch abgeſehen da⸗ von, daß die Jahreszeit ziemlich vorgerückt war, dünkte es mir, daß dieſer Gebrauch, der ſchicklich und begreif⸗ lich, wenn es ſich darum handelt, eine junge Perſon den oft boshaften und indisereten Blicken zu entzie⸗ hen, von denen eine Zeit lang eine Neuvermählte verfolgt wird, es dünkte mir, ſage ich, dieſer Gebrauch könnte, wenn es zwei Perſonen vom Witwenſtande betraf, als eine lächerliche Keuſchheitsübertreibung erſcheinen. Frau von Montbriſon und Ceſarine theilten meine Anſicht; wir kamen überein, daß wir uns unmittelbar nach der Trauungsfeierlichkeit nach unſerem Hotel im Faubourg Saint⸗Honors begeben ſollten, in welches Frau Jefferſon das Mobiliar ihres Schlafzimmers und ihres Betzimmers, worauf ſie einen beſondern Werth legte, bringen zu laſſen mich gebeten hatte; meine Wohnung ſtand mit der meiner Frau durch eine nach ihrem Betzimmer mündende Geheimtreppe in Verbindung; ſie hatte es vorgezogen, im Erdgeſchoſſe zu wohnen, weil an dieſes der große und ſchöne Gar⸗ ten anſtieß; ſie verſprach ſich viel Vergnügen, wie ſie ſagte, von dieſer Promenade, zu der man ebenen Fußes von ihren Zimmern gelangte, und beſonders von lan⸗ gen Stationen, die ſie im Sommer in dem ländlichen Pavillon machen wollte, der im Hintergrunde des Gar⸗ tens bei der kleinen Gitterthüre lag, welche auf die Champs⸗Eliſées füͤhrte.


