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Am andern Tage, nachdem er dieſen Brief erhal⸗ ten, kam Jean zu mir; ſeinen Beſuch vorherſehend und fürchtend, hatte ich Vefehl gegeben, ihn nicht anzu⸗ nehmen. Er erſchien am zweiten Tage wieder ſehr frühe am Morgen und fand meine Thüre abermals verſchloſſen. Dann ſchrieb er mir einen äußerſt liebe⸗ vollen und verſtändigen Briefz er begriff, während er ſie beklagte, die Heftigkeit meiner Leidenſchaft, denn er kenne, wie er ſagte, ſeit langer Zeit meinen Charakter; er betrübte ſich auch mehr über dieſe neue Hinreißung, der ich nachgab, als daß er ſich darüber wunderte. Doch der Ehrenhaftigkeit meiner Gefühle vertrauend, war er zum Voraus überzeugt, ich habe die Geld⸗ frage bei dieſer Heirath mit meiner gewöhnlichen Zartheit behandelt. Nichtsdeſtoweniger fürchtete er, hinſichtlich dieſer Frage, für mich das Urtheil der Per⸗ ſonen, welche weniger als er von meiner ängſtlichen Ehrenhaftigkeit überzengt wären.
Der Brief von Jean ſchloß alſo:
„Lebe wohl, mein Freund, möchte die Zukunft die Vorherſehungen meiner Mutter und die meinigen nicht rechtfertigen; mit welchem Glücke werden wir dann die Ueberlegenheit Deines Scharſſinns über den unſerigen anerkennen! Doch was auch geſchehen dürfte, follten Dir je ſchlimme Tage vorbehalten ſein, er⸗ innere Dich unſerer. Ein Wort von Deiner Hand, und wo ich auch ſein mag (wenn ich nicht im Gefäng⸗ niſſe bin), eile ich zu Dir, und Du wirſt meine alte Freundſchaft ſo finden, wie ſie immer geweſen iſt: un⸗ geſchlacht, rauh und ſtreng, wenn es ſich darum han⸗ delt, das zu verhindern, was mir ſchlimm für Dich dünkt aber zärtlich, tröſtend, wiedererhebend, ſtär⸗ kend, wenn das Uebel geſchehen iſt und Du darunter leideſt.“
Die Zuneigung, die Aufrichtigkeit, die Redlich⸗ keit drangen in jedem Worte dieſes Briefes durchz doch ich war ſo unſelig verblendet, daß ich bei mei⸗
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