Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 14.-17. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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XIX.

Ich unterbrach in der That mein Tagebuch, weil es mir bange machte; es war vft der getreue Spiegel meiner Seele, und ich ſah darin mein Gewiſſen ganz

Da und vort erleuchtet durch einige Vernunft⸗ ſchimmer, konnte mir dieſes Tagebuch noch die Klippen bezeichnen, in deren Mitte ich mich hartnäckig werfen wollte, geblendet durch das Sieden und Brauſen der Sinne und durch die Habgier.

Einer Art von fieberhaften Trunkenheit preisgege⸗ ben, beſchlennigte ich ſo viel als möglich den Voillzug meiner Verbindung mit Frau Jefferſon; jeden Tag ging ich in's Kloſter, um ſie zu ſehen; die Zurückhal⸗ tung, die ich mir während dieſer Beſuche auferlegen mußte, ſteigerte meine Leidenſchaft bis zum Irrſinn.

Ich kehrte nicht zu Madame Rahmond zurück, weil ich überzeugt war, ſie habe aus Reid oder aus Berechnung meine Heirath hintertreiben wollen; da ich aber einen ſo gehäſſigen und albernen Vorwurf nicht gegen dieſe edle Frau ausſprechen wollte, ſo ſchrieb ich an Jean und bat ihn, ſeiner Mutter meine tiefe Dankbarkeit für den Rath, den ſie mir, wie er, ju geben die Güte gehabt, auszudrücken, wobei ich ndeſſen geſtand, die Liebe habe die Oberhand über die Vernunft gewonnen, und ich ſei entſchloſſen, Frau Jef⸗ ferſon zu heirathen, jedoch, um mein Zartgefühl zu ſchützen, ohne in Gütergemeinſchaft mit ihr zu treten.

Fernand Dupleſſis. MW. 1