3 Mutter nennt, laſſen Sie mich Ihnen noch ein Wort ſagen . . Es beleidigt Sie vielleicht, aber Sie werden es verzeihen, wenn Sie erfahren, welche rührende Er⸗ wiederung es hervorgerufen hat. Als ich Ihre Verhaf⸗ tung, die Gefahren, denen Sie preisgegeben, vernahm, konnte ich meiner Frau die wahnſinnige Leidenſchaft, die Sie mir einflößten, nicht verbergen, wobei ich in⸗ deſſen über den Schimpf, der mich vor Scham zu Boden drückt, ſchwieg.
„„Ah! ich habe nicht mehr das Recht, mich über Ihre Gleichgültigkeit zu beklagen,““ rief Albine; ich habe nicht mehr das Recht, Ihr Herz anzuſchuldigen, da es eine Liebe fühlt, die daſſelbe ehrt, und die ich begreife, denn was bin ich gegen Madame Raymond!““
Als ich den Blick der Mutter von Jean feucht werden ſah, fügte ich bei⸗
„Die Thränen treten Ihnen in die Augen, Madame. Ah! ich glaube es, denn die meinigen ſind auch gefloſ⸗ ſen; von dieſem Moment habe ich das zärtlichſte Mit⸗ leid für Albine empfunden. Meine Augen haben ſich geöffnet. Ich habe den ganzen Umfang des Böſen er⸗ meſſen, das ich dieſem armen Kinde angethan, deſſen Werth ich leider zu ſpät erkannte. Nach Ihnen, Ma⸗ dame, kenne ich keine glücklicher begabte Frau ich habe daher geſchworen, ich ſchwöre vor Ihnen, Ma⸗ dame, fortan mein ganzes Leben dem Glücke von Albine zu widmen. Sie liebt Jean, ich weiß es, das iſt meine Schuld; ich werde dieſes Gefühl achten, ich werde für ſie ein Freund, ein Bruder, aber der liebreichſte, der er⸗ gebenſte der Brüder ſein.“
„Für das Glück von Albine möchte ich Ihnen ger glauben, mein Herr, und ich kann es nicht. In dieſe Augenblick halten Sie ſich für aufrichtig, wie zur Zeit, wo Sie dieſelbe Laufbahn wie mein Sohn verfolgen wollten. Am andern Tage waren Sie Page des König „Ah! Madame, Sie ſind ohne Mitleid.“ E „Bei Ihnen hielten Sie ſich auch für aufrichtig


