Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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unb frommer Weiſe ihre Hände küßte,der Genius Ihrer Zärtlichkeit iſt ſo mächtig, daß Sie mich daran gewöhnt haben, nichts für mich zu fürchten, und daß Sie ſogar die Beſorgniſſe zu beſchwichtigen wiſſen, die Ihr Schickſal mir einflößt.

Ich vermöchte die Gemüthsbewegung nicht wieder⸗ zugeben, die mich bei dieſem rührenden Gemälde, bei dieſen edlen Worten voll Seelenheiterkeit ausgetauſcht zwiſchen der Mutter und dem Sohne, in der Tiefe eines Gefängniſſes und unter dem drohenden Schlage der

unglücklichſten Eventualitäten, ergriffen hat. Das Bei⸗

ſpiel der heldenmüthigen Gefühle iſt anſteckend, beſon⸗ ders für mich. Plötzlich kam mir ein Gedanke, ich wandte mich an Jean, den ſeine Mutter mit ihren Armen umſchlang und zärtlich auf die Stirne küßte, und ſagte zu ihm:

Mein Freund, die Augenblicke find leider für uns

ezählt .. Ich habe eine tolle . vielleicht unaus⸗ ſihrkare Idee, aber ich muß ſie Dir ſagen.

Armer, guter Fernand . immer derſelbe! Laß Deine Idee hören.

Madame Raymond, Du und Charpentier, Ihr ſollt noch lange hier bleiben?

Nein ich ſoll dieſen Morgen ein letztes Ver⸗ hör ausſtehen, und übermorgen werden wir nach Paris geführt werden.

Vernimm meinen Plan. er iſt nicht ganz der meinige, denn er iſt mir durch die muthige Handlung von Herrn Charpentier, der Deinen Oheim befreit hat, eingegeben worden. 3

Erkläre Dich!

Ich habe den Weg von Limoges nach Chateaurvur gemacht und dabei fünf Meilen von hier eine Felſen⸗ ſchlucht bemerkt. Abſchüſſig an dieſer Stelle, iſt die Straße tief eingegraben ... Man wird Euch noth⸗ wendig im Wagen unter guter Bedeckung führen?

Ohne Zweifel.