Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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ſondern der heiligen Sache der Freiheit, fuͤr welche Dein Vater auf dem Schaffot geſtorben iſt? Haben wir uns nicht, ſeitdem Du das Alter der Vernunft er⸗ reicht, an den Gedanken gewöhnt: An einem Tage des Auſſtands oder der Niederlage konnte ich frommer Weiſe Deine Augen zu ſchließen haben, wie Du die meinigen ſchließen könnteſt? Darf man zum Voraus hierüber traurig ſein? Siehſt Du mich je düſter, in Thränen zerfließend, weil ich immer mit dem theuren und hei⸗ ligen Andenken an Deinen Vater lebe, deſſen blutige Stirne ich geküßt, den ich mit meinen eigenen Händen begraben? Haben wir nicht, wie die Gallier, unſere Väter, den Glauben an die endloſe Wiedergeburt un⸗ ſerer Leiber und unſerer Seelen, welche nach und nach

die Unermeßlichkeit der Welten bevölkern? Was iſt der

Tod für uns? Der Wiederanfang eines andern Lebens — nicht mehr. Wir ſind auf dieſer Seite des Vor⸗

hangs, wir gehen auf die andere, wo unbekannte Fern⸗

ſichten unſerer Blicke harren; mir, — ich weiß nicht, ob dies ſo iſt, weil ich eine Tochter Eva's bin,“ fügte Madame Rahmond bei, „mir hat das Phänomen des 1 immer nur eine außerordentliche Neugierde ein⸗ ge 5 t.

„Ah! Madame, trotz dieſes ſcheinbaren Stoicismus brach Ihr Herz, als Sie befürchteten, genöthigt, mit Ihnen zu fliehen, könnte Jean ſeiner Wunde auf der Reiſe unterliegen? Ich habe bei mir Ihre Unruhe, Ihre Thränen geſehen, als er litt.“

„Gewiß, mein Herr, eben ſo wie ich mich den

Waffen entgegengeworfen habe, die meinen Sohn be⸗

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drohten. Der mütterliche Inſtinet iſt mächtiger, als der Erhaltungsinſtinct! Doch am Vorabend eines Zwei⸗ kampfes oder einer Schlacht werde ich immer zu mei⸗ nem Sohne ſagen: Gehe und thue Deine Pflicht.“ „Ohl! meine Mutter!“ rief Jean mit einem Ausdrucke der Zärtlichkeit und der Begeiſterung, indem er ſich beim Bette von Madame Raymond auf die Kniee warf