ihr Handwerk mehr oder minder brutal, je nach⸗ dem ſie die Gunſt ihrer Chefs verdienen wollen. Deine erſte Bewegung, ich begreife ſie ganz wohl, hat Dich zu weit geführt. Was willſt Du? man kann von die⸗ ſen Leuten nicht erwarten, daß ſie mit Artigkeit zu uns ſagen: Erlauben Sie, Madame, daß ich die Ehre habe, Ihnen die Handſchellen anzulegen „ Mein liebes Rind, Du biſt zu lebhaft gegen die Gendarmen; wie Du in deiner Kindheit die Koſaken zu barſch be⸗ handelteſt . . . davon zeugt der Pflaſterſtein, den Du einſt einem von dieſen nordiſchen Bären auf den Kopf geſchleudert haſt.“
„Fernand, Du hörſt meine Mutter? Dieſe Freund⸗ lichkeit des Geiſtes hat ſie nicht einen Augenblick ver⸗ laſſen, wenn nicht, als ſie ſich den Bajonetten entgegen⸗ warf, um meinen Leib zu bedecken.“
Weil es unter ſolchen Umſtänden erlaubt iſt, ſeine Kaltblutigkert zu verlieren, wie Du die Deinige ver⸗ loren haſt, als Du dieſe Gendarmen mich, ich geſtehe es, mit wenig Höflichkeit behandeln ſahſt; ſind aber dieſ⸗ Aufregungen voruber, ſo kehrt man zur Mäßigung
„Oh! Jean,“ rief ich, „welch ein bewunderungs⸗ würdiger Muth!“ „Was ſoll ich Dir ſagen, Fernand . . meine Mutter macht, daß ich zuwerlen Alles vergeſſe, bis auf die Geſahr, die ſie läuft. Sie plaudert hier mit der⸗† ſelben Geiſtesfreiheit, wie im Salon Deines Schloſſes.“ „Höre, mein Kind,“ ſprach Madame Raymond in Tone liebevollen Vorwurfs, „haben wir denn geſtern unſere erſten Schritte auf der Laufbahn gemacht, wo man Gott für einen Tag ohne Bangigkeit danken muß? Verfolgt man, erreicht man das Ziel, nach dem wir ſtreben, ohne Schmerz, ohne Gefahren, und oft ohne das Märtyrthum ... wie ſo Viele von unſeren aumen Brü⸗ dern, deren Blut gefloſſen iſt? . Haben wir u nicht hundertmal geſagt, unſer Leben gehöre nicht ur


