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Ich war auch tief ergriffen von dem erſchrecklichen Schickſale von Jean, nicht als hätte ich dem ſelbſtſüch⸗ tigen und abſcheulichen Hintergedanken, meine Eiferſucht habe nichts mehr von Jean zu befürchten, nachgegeben, ſondern ich fühlte aufrichtig meine alte Freundſchaft für ihn ſo glühend als je wiedererwachen.
Dann traten mir die Thränen in die Augen, in⸗ dem ich mich der beſcheidenen und rührenden Worte von Albine, als ſie meine Liebe für Madame Raymond erſuhr, erinnerte.
Dieſe paar ſo einfachen, ſo wahren Worte hatten genügt, meinen ungerechten und gehäſſigen Groll gegen die unglückliche junge Frau auszulöſchen. Ich war
durch Mitleid zu erwiedern.
So geprüft ich hätte durch die Eitelkeit meiner guten Entſchlüſſe ſein müſſen, ſo ſchien es mir doch, als erblickte ich für die Zukunft zwiſchen Albine und mir irgend einen ſchwermüthigen Austanſch von Kla⸗ gen, gemiſcht mit Hingebung und Vertrauen, was ſich vielleicht ſpäter in ein zärtliches Gefühl verwandeln würde; aber dieſer ſchwache Hoffnungsſchimmer ver⸗ ſchwand bald vor den düſtern, troſtloſen Gedanken, die mir das Schickſal von Madame Raymond ein⸗ flößte, und ich kam in Limoges von einer unaus⸗ ſprechlichen Traurigkeit erfüllt an.
Mit großer Mühe erhielt ich die Erlaubniß, die Angeklagten zu beſuchen.
Zum Gluͤck für mich wollte der Zufall, daß im Augenblick meines Eintritts in das Gefängniß Jean ſich bei ſeiner Mutter befand, denn, trotz meines Ent⸗ ſchluſſes, hätte ich vielleicht nicht den Muth gehabt, vor Madame Raymond zu erſcheinen.
Ein altes befeſtigtes Schloß mit geſchwärzten Mauern und finſteren Thürmchen diente als Gefäng⸗ niß. Ich folgte einem Schließer durch mehrere dunkle
entſchloſſen, ihr Nachſicht durch Nachſicht, Mitleid


