Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

288

Vor Allem, mein Freund, werden wir nach Limoges abreiſen.“

„Abreiſen?“

„Nach Limoges.“

„Sie wollen?“

„Sie werden leicht die Erlaubniß erhalten, Ma⸗ dame Raymond und Jean in ihrem Gefängniſſe zu beſuchen . Iſt das nicht unſere Pflicht? Sie er⸗ warten uns, mein Freund; ich bin ſicher, daß ſie uns erwarten. Sie müſſen unſere Abreiſe beſchleunigen Ihre Befehle für heute . . . in einer Stunde geben.“

„Aber Sie werden eine ſolche Reiſe nicht unter⸗ nehmen können?“

„Sollten Sie noch eiferſüchtig auf Jean ſein?“ ſagte Albine zu mir mit einem Lächeln, das mich ſchauern machte; ſie ſchien mir zu ſagen: ſind Sie eiferſüchtig auf einen Todten?

„NRein, ich bin nicht eiferſüchtig,“ erwiederte ich, „aber ich befürchte, eine ſolche Reife und die Aufre⸗ gungen, welche eine Folge davon ſein werden, über⸗ ſteigen Ihren Muth nach dem erſchrecklichen heutigen Schlage.“ 3

„Man kann das, was man will. Es iſt unſere Pflicht, nach Limoges zu gehen; ich werde die Stärke, Sie zu begleiten, finden; beoenken Sie doch, unſere armen Freunde werden ſo glücklich ſein, uns zu ſehen

„und wir werden .. .

Albine, deren Stimme ſchwächer geworden war, vollendete nicht; ſie ließ ſachte ihren Kopf zurückfallen und ſtützte ihn auf die Lehne ihres Stuhles. Große Tropfen kalten Schweißes floſſen von ihrer Stir ſie ſchwieg einen Augenblick, dann ſagte ſie zu indem ſie zu lächeln ſuchte:

„Das iſt ein leichter Anfall von Schwäche; . ſer lieber, daß ich ihn vor unſerer Abreiſe geha a e.“