Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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„Vorwürfe wegen einer Liebe, die Sie ehrt und in meinen Augen erhöht! Vorwürfe! weil Sie mir eine Frau vorziehen, mit der ich nie verglichen werden könnte! Vorwürfe, da Sie die Qualen einer hoffnungs⸗ loſen Liebe ausſtehen!“

„Aber ich hatte dieſe Liebe im Herzen, als ich Sie heirathete, unglückliches Kind!“

„Ei! mein Gott! habe ich Sie nicht auch ohne Liebe gehewathet? Nichts zwang mich dazu. „Hätte ich entſchloſſen Ihre Hand ausgeſchlagen, hätte ich auf den Inſtinet meiner Vernunft gehört, der mir Wider⸗ willen gegen dieſe Heirath einflößte, ſo wären wir nicht, wo wir heute ſind; aber was ſoll ich Ihnen ſa⸗ gen? Das Drängen meiner Mutter, die ſtrafbare Schwäche meines Charakters was weiß ich? es iſt kindiſch, es iſt lächerlich, doch es iſt wahr . . der Anblick des Brautſchmucks, der kleine Stolz, Schloßdame zu ſein, und dann die Hoffnung, die göttliche Hoffnung, die ein achtzehnjähriges Herz nie verläßt, Alles dies bewog mich, zu unſerer Verbindung einzuwilligen. Das iſt mein Fehler, ich erdulde ſeine Folgen und überdies, wozu ſoll es nützen, Anklage gegen die Ver⸗ gangenheit zu erheben . Glauben Sie mir, Fernand, ſeien wir nachſichtig gegen einander . nähern wir uns in einem gemeinſchaftlichen Unglück. und .. Un⸗ glück, nein . Der nahe bevorſtehende Tod von Jean iſt kein Unglück für mich . das bricht mir das Herz nicht Ich fühle eine unſägliche Rührung, eine Reſignativn ohne Bitterkeit, und wenn ich meinen Ah⸗ ungen glauben darf, ſo iſt es wahrhaſtig nicht der

Mühe werth, daß ich zu leiden anfange.“ Albine, was wollen Sie damit ſagen?“ rief ich, den Sinn dieſer dunkeln Worte ſuchend, und beſonders beunruhigt durch den Geſichtsausdruck meiner Frau; och ſie fuhr, ohne zu antworten, fort:

„Bekümmern wir uns nicht um mich, ſondern um

Sie. Achl wie läßt ſich Ihre Angſt veſchwichtigen?