Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Loos ſeiner Mutter, der ich eine kindliche Zuneigung gewidmet habe, ſcheint mir gräßlich . . Doch. .. nun bitte ich um Verzeihung . . . Ich bin grauſam geweſen, indem ich mit Ihnen von Herrn Jean geſpro⸗ chen habe Sie weinen ..

„Ah! mein Herz bricht,“ antwortete ich, ohne mein Schluchzen unterdrücken zu können. „Mein Gott! mein Gott! wenn ich daran denke, daß ſie zu dieſer Stunde verwundet . . ſterbend vielleicht! von ihrem Sohne getrennt . . in einem Kerker liegt, in den man ſie geworfen . . Ah! das iſt erſchrecklich! . . . denn ich kiebe ſie . Ja . . Geſtändniß für Geſtändniß .. . ich liebe ſie ſo leidenſchaftlich, als Sie Jean lieben..“

„Sie lieben Madame Raymond?“ rief meine Frau, indem ſie ganz beſtürzt die Hände faltete. „Sie lie⸗ ben fie!“

„Ja, mit einer wahnſinnigen Liebe.“

3 zlnd Sie lieben Madame Raymond ſeit langer eit

„Nie hat mich ihr Andenken verlaſſen. Ich war

ſechzehn Jahre alt, als ſie mein Herz zum erſten Male

ſchlagen machte . .. und zum letzten Male hat ſie es

ſchlagen gemacht, indem ſie es zerriß.“

„Und ſie kennt Ihre Liebe?“

„Nein, oh! nein,“ rief ich erröthend vor Scham und die Augen vor Albine niederſchlagend; „ſie hat nie etwas von dieſer unglückſeligen Liebe gewußt . .. ſie wird nie etwas davon erfahren.⸗

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„Ich habe nicht mehr das Recht, mich über Ihre Gleichgültigkeit zu beklagen,“ rief meine Fran, indem ſie mich mit einem Ausdruck unſäglichen Mitleids an⸗ ſchaute, „ich habe nicht mehr das Recht, Ihr Herz an⸗ zuſchuldigen. Oh! nein, eine ſolche Liebe für eine ſolche Frau, das läßt mich Alles begreifen und Alles ver⸗ zeihen! ich hatte Sie ſchlecht beurtheilt Ihre Hand, Fernand, ich bitte, Ihre Hand.“

„Wie, keinen Vorwurf?“