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ausliefern mußte, denn ſie waren hier unter dem Schutze meiner Ehre.“
„Als Privatmann könnte ich ſtreng genommen Ihr Benehmen begreifen, mein Herr,“ verſeie Herr von Sainte⸗Marie: „als Beamter muß ich es nothwendig beklagen und Seine Excellenz den Herrn Miniſter des Innern davon in Kenntniß ſetzen. Denn für jeden guten Franzoſen müßte das Heil des Throns und der Geſell⸗ ſchaft vor jeder andern Rückſicht kommen.“
Und nach dieſen feierlichen Worten ging Herr von Sainte⸗Marie mit einem ſchlecht verhehlten Groll weg.
LII. Fortſetzung des Dagebuchs.
Als ich mit Albine allein war, ſchwiegen wir ei⸗ nen Augenblick. 2
Ich war zu ſehr perſönlich von dem bewegt gewe⸗ ſen, was in der Erzählung des Präfecen Madame Raymond betra, welche gejähriich, vielleicht tödtlich ver⸗ wu det worden, um an die erſchreckliche Gemüthserſchüt⸗ terung zu denken, die das Schickſal von Jean bei mei⸗ ner Frau hatte hervorbringen müſſen. Als ich die Augen zu ihr aufſchlug, war ihre Bläſſe nicht ſtärker als gewöhnlich, nur waren ihre Lippen weiß, und ſie hielt ihre Hand feſt an ihr Herz angepreßt, als wollte ſie ſeine Pulsſchläge zurückdrängen oder ſie zählen; ihre Augen waren trocken, glänzten aber von einem außerordentlichen Fuer; ein ſchmerzliches Lächeln zog ihre Lippen zuſammen, und ſie ſchauerte in Zwiſchen⸗ räumen und ſchloß dabei die Augenlider.
„Es iſt ſeltſam, ſagte ſie zu mir mit einer Anfangs gepreßten Stimme, welche aber nach und nach freier


