Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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N7 1

Es erfaßt mich zuweilen die Luſt, zu reiſen, nach Italien zurückzukehren; ... aber ich müßte meine Frau allein laſſen, und ich habe weniger als je Ver⸗ trauen zu ihr .. Nein, nein, ich bin an meine Kette genietet ich muß ſie ſchleppen, dieſe Kette bis wann?

Ja bis wann? .

Nun! warum vor dieſem Gedanken zurückweichen? Iſt denn eine Annahme ein Verbrechen?

Meine Frau ſagt ihrerſeits: Wenn das wäre! warum ſollte ich nicht meinerſeits ſagen: Wenn das geſchähe?

Kann ich es verhindern, daß meine Frau in einem Fieberzuſtande, in einem Zuſtande beſtändiger Ueber⸗ reizung iſt, der ihre Kräfte und ihren Körper ver⸗ zehrt, wie die Flamme das Oel der Lampe verzehrt?

Halte ich die Scheere der Parzen in der Hand?

Liegt es in meiner Gewalt, meine Frau bis zu achtzig Jahren leben zu machen, wenn es in ihrem ²

Geſchicke liegt, jung zu ſterben? Kann ich die Augenſcheinlichkeit leugnen? Iſt es nicht augenſcheinlich, daß der Tod meiner

Frau, wenn vieſes Unglück geſchehen würde, allein mich aus dieſem eiſernen Kreiſe herausgehen machen könnte, aus dieſem Kreiſe, in dem ich mich unabläſſig, mir das Herz zernagend, drehe, wo ich mich vielleicht bis zum letzten Tage meines Lebens zu drehen ver⸗ dammt bin? Mein Gott! bin ich dahin gekommen, daß ich den Tod dieſes armen Geſchöpfes wünſche?

Ah! ja ja, ich werde böſe.

Ihren Tod wünſchen . . nein! Oh! fern von mir ſei der entſetzliche Gedanke; träte aber dieſes Unglück 3 ein, ſo würde ich mich vielleicht ſehr bald tröſten.

Wir wollen offenherzig ſein, wir wollen dieſen