Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

276

glühenden Beſchauung der Schönheit von Madame Raymond zerriſſenen Blatte wieder auf. Ach! ich habe dieſes Blatt aus meinem Tagebuch ausreißen können nie werde ich die glühenden Erinnerungen, die es ſchilderte, zu vergeſſen im Stande ſein.

Setzen wir dieſes traurige Studium über mich ſelbſt fort.

Ich werde böſe.

Die Gegenwart von Albine iſt mir immer mehr zuwider; ſie flößt mir Gefühle des Haſſes ein; ich haſſe ſie, weil ſie Jean liebt, ich haſſe ſie, weil ſie ſich in Betreff dieſer Liebe, die meinen Stolz ſo tief verletzt, eine Illuſion geſchmiedet hat, in der ſie das Glück findet; ich haſſe ſie wegen ihres unſtörbar ſanf⸗ ten Weſens, während mein Leben gemartert iſt.

Und dennoch will ich mich nicht von Albine tren⸗ nen; ſie wäre vielleicht zu glücklich über dieſe Tren⸗ nung!

Was wird der Ausgang von Allem dem ſein?

Ich glaubte mich mit der Zeit an den Gedanken, meine Frau fühle für Jean eine platoniſche Liebe, zu gewöhnen „. 6Cs iſt nicht ſo . Bei dieſem Ge⸗ danken gerathe ich in einen eben ſo heftigen Zorn, als am erſten Tage dieſer Entveckung.

Meine Angelegenheiten leiven unter meiner trau⸗ rigen, tiefen Mißſtimmung, ich überwache weniger meine Culturen, ich habe mich verwegen in die Spe⸗ eulation der Bodenmehlbereitung eingelaſſen, ich hätte mich thätig mit dieſer Operation beſchäftigen müſſen. Aber ich ſage, wie einſt meine Frau ſagte, das iſt mir gleichgültig. Meine Verluſte ſind ſchon be⸗ trächtlichz dieſe Vermögensunordnung übt ohne Zweifel auch einen Einfluß auf meinen Charakter aus; ſodann iſt meine, während der erſten Zeiten meines Aufent⸗ halts hier ſo blühende Geſundheit, wieder tief erſchüt⸗ meine Geſichtshaut wird gallicht wie meine

eele.