Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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hörte das kleine Geſumme eines Schwarmes von Bie⸗ nen, welche auf Beute in den Kelchen von Mauerkraut, das ſich zwiſchen den Platten der Terraſſe fand, aus⸗ gingen; der Anblick dieſes friſchen, lachenden Morgens verlieh mir eine unausſprechliche Ruhe, der ich durch das Geräuſch der Frühſtücksglocke entriſſen wurde; ich war im Verzuge. Herr Dupleſſis iſt, nach dem Rathe der Aerzte, von einer ſeltenen Pünktlichkeit hinſichtlich der Stunde ſeiner Mahle, doch ich wollte mich mit der Müdigkeit vom vorhergehenden Tage entſchuldigen, und ich klingelte meiner Kammerfrau, Madame Claude.

Nur zwei Worte über dieſes gute Geſchöpf: bei meiner Vereinzelung iſt es ein Glück für mich, daß ich in meinen Dienſten eine Frau habe, mit der ich, ohne übertriebene Vertraulichkeit, plaudern kann; Madame Claude iſt eine vortreffliche Perſon, ſehr ſanft, ſehr eifrig; ſie iſt häßlich und nähert ſich dem Fünfzigſten; doch für eine Frau von ihrem Stande kann man un⸗ möglich beſſer erzogen ſein, mehr Takt haben; ich weiß auch nicht, warum Herr Dupleſſis eine Art von Anti⸗ pathie gegen ſie hegt; ich glaube, daß mir Madame Claude mit der Zeit ſehr ergeben ſein wird; ich hatte ſogar den Gedanken, ihre Ergebenheit ſehr raſch da⸗ durch auf die Probe zu ſtellen, daß ich ſie beauftragen wollte, Dir meine Briefe insgeheim zukommen zu laſſen; eine falſche Scham hat mich zurückgehalten. Nichts kann ohne Zweifel unſchuldiger ſein, als meine Correſpondenz; ich zögerte indeſſen ein wenig, mich der Discretion einer Perſon zu überlaſſen, welche ſo kurze Zeit bei mir iſt. Ich bereue mein Bedenken nicht, denn ich habe das Mittel gefunden, meine Briefe an Dich abzuſenden, ohne mich an irgend Jemand zu wenden; Du wirſt ſogleich ſehen, wie.

Ich klingelte alſo; Madame Claude, die mich noch ſchlafend glaubte, hatte es nicht gewagt, in mein Zim⸗ mer einzutreten; Herr Dupleſſis war ſchon mehrere Male da geweſen, um ſich nach mir zu erkundigen; ich