Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Albine: — Um die Eitelkeit derſelben zu fühlen, müßte man ſie wenigſtens kennen.

Ich: — Ich kenne ſie, meine arme Freundin! ich kenne ſie zu genau! und ich kann auch davon ſprechen; glauben ſie mir, ſie verachten heißt ſich ärgerliche Tän⸗ ſchungen erſparen.

Albine: — Der Ball, die Feſte, die Oper, die Soireen! Sie haben Alles dies langweilig gefunden, Herr Fernand? Sprechen Sie, die Hand auf dem Ge⸗ wiſſen, hat Sie das nie beluſtigt?

Ich: — Die Enttäuſchung hat wenigſtens nicht lange auf ſich warten laſſen.

Albine: — Alles, was ich von Ihnen fordere, iſt, daß Sie mir Zeit gönnen, mich zu enttäuſchen.

Ich: — Gut, ich habe Sie wenigſtens gewarnt und werde mir keine Vorwürfe zu machen brauchen.

Albine: — Wohlan, Ihr Verſprechen wird mir Muth ſür die Zeit unſeres Aufenthalts in Riballiére

eben. 8 Ich: — Muth, um dieſes ſo ſanfte, ſo ruhige Leben zu führen?

Albine: — Vielleicht wird es mir ſo ſcheinen, ich wünſche es . ich hoffe es, doch bis jetzt. ..

Ich: — Bis jetzt?

Albine: — Soll ich offenherzig ſein?

Ich: — Gewiß.

Albine: — Nun denn! das Leben, das wir in Ihrem Schloſſe führen werden, ſcheint mir nicht . .. ungeheuer beluſtigend ſein zu müſſen.

Ich: — Was nennen Sie beluſtigend?

Albine: — Wir werden alſo nie Jemand ſehen? wir werden dort leben wie die Wölfe?

Ich: — Vor Allem glaube ich, meine Liebe, daß wir vollkommen fähig ſind, einander zu genügen; wir werden aber gezwungener Weiſe einigen Umgang mit der Nachbarſchaft haben.