Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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vermöchte die Religionsübungen nicht zu ſehr zu ver⸗ vielfältigen; außer dem, daß man daraus jeden Tag neue Kräfte fuͤr Eyfüllung ſeiner Pflichten ſchöpft, iſt es auch ein vortreffliches Beiſpiel für ein Haus, für die Nachbarſchaft; und dann, wenn ich Ihnen von mir ſprechen ſoll, ich lege, wohlverſtanden in Ihrem In⸗ tereſſe, das größte Gewicht darauf, daß Ihr Leben muſterhaft religiös iſt. Um eilf Uhr werden wir früh⸗ ſtücken. Nach dem Frühſtück beſchäftige ich mich aber⸗ mals mit meinen landwirthſchaftlichen Angelegenheiten, denen ich eine ſehr große Ausdehnung geben will; um vier Uhr machen wir eine weite Promenade zu Fuß oder im Wagen, nach Ihrem Geſchmack; dann keh⸗ ren wir zurück und ſpeiſen um ſieben Uhr zu Mit⸗ tag; nach dem Mittageſſen werden Sie ſo gut ſein, mir einige Zeitungen vorzuleſen, und während wir her⸗ nach den Thee nehmen, machen wir ein Partiechen Bil⸗ lard; das iſt eine ſanfte und heilſame Leibesübung, die man mir auch empfohlen hat;z auf den Schlag zehn Uhr endlich führe ich Sie in Ihr Zimmer und kehre in meines zurück. Dies, meine theure Freundin, muß, abgeſehen von gewiſſen Modificationen, welche in unſere Eriſtenz die Jahreszeiten oder die Zeit der Jagd brin⸗ gen werden, die ich leidenſchaſtlich liebe, der ich mich aber auch bis zu meiner völligen Wiederherſtellung nur mit Maß hingeben darf, dies, ſage ich, muß unabän⸗ derlich unſer Leben ſein. . . . Nicht wahr, ſo wiſſen Sie nun, wohin Sie gehen?

Albine: — Ja, Herr Fernand . . . Doch, nicht wahr, dieſes Landleben wird heuer nur bis zum Ende des December längſtens dauern? und dann werden wir, darüber ſind wir übereingekommen, wenigſtens alle Jahre ſieben bis acht Monate in Paris zubringen.

Ich: — Sie lieben alſo Paris ſehr?

Albine: — Oh! ungemein. Das iſt ganz ein⸗ fach, ich habe dort meinen Vater, meine Mutter, einige