Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Albine: — Ich danke Ihnen für Ihre Discre⸗ tion, mein Herr ..

Ich: — Mein Herr . 7 das iſt ceremoniös, meine liebe Albine.

Albine: — Ich nannte Sie geſtern nicht anders. Das iſt nicht meine Schuld. Es iſt mir nicht möglich, raſcher vertraulich zu werden.

Ich: — Ich erkläre mir vollkommen Ihre Zurück⸗ haltung, meine liebe Freundin; erlauben Sie mir nur, Ihntſierin nicht nachzuahmen und Sie nicht Ma⸗ dame zu nennen.

Albine, mit einem bittern Lächeln, nachdem ſie einen Augenblick geſchwiegen: — Meine Erlaubniß! Das iſt ein Scherz, mein Herr? . . Nennen Sie mich übri⸗ gens, wie Sie wollen.

Ich: — Ich habe ſo viel Zuneigung zu Ihnen, i Albine, daß ich den Grund Ihres Gedankens er⸗ rathe.

Albine: — Deſto ſchlimmer für Sie, mein Herr.

Ich: — Noch vorgeſtern nannten Sie mich, ohne ſich mit mir vertraulich gemacht zu haben: Herr Fer⸗ nand; Sie ſahen zufrieden aus; wir ſprachen in voller Offenherzigkeit von unſeren Plänen, und abgeſehen von dem ſehr natürlichen Kummer, den Ihnen der Ge⸗ danke, ſich von Ihren theuern Eltern zu trennen, ver⸗ urſachen mußte, ſchien Ihnen die Reiſe, die wir zu dieſer Stunde machen, nicht mißfallen zu ſollen?

Albine: — Es iſt wahr, mein Herr. Doch vorgeſtern .

Ich; — Vorgeſtern war ich nur Ihr Bräutigam und heute bin ich Ihr Mann . .. Nicht wahr, das iſt mein Verbrechen? Sie antworten mir nicht? Ich habe richtig errathen .. Wohl denn! ich ver⸗ ſpreche Ihnen, daß heute Abend im Gaſthauſe, wie ſpäter bei Ihnen, unſere Wohnungen, obgleich benach⸗ bart, doch fortan getrennt ſein ſollen.

Meine Frau hörte mir ſtillſchweigend zu und hielt