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ſchweigen und ihren Thränen bis nach unſerer zweiten Station.
Ich war auf den Kummer von Albine gefaßt und wollte ihn ſich ergießen und abnutzen laſſen.
Dieſe Trennung mußte allerdings ſchmerzlich für meine Frau ſein, obgleich ihr Vater und ihre Mutter nicht zu den Vätern und Müttern gehörten, welche eine gewiſſe Vergötterung einflößen; es fand zwiſchen ihrer Tochter und ihnen jener Austauſch von alltäg⸗ licher Zärtlichkeit ſtatt, der mehr aus der Erziehung und der Gewohnheit entſpringt, als aus den tiefen Zuneigungen, motivirt durch eine zugleich verſtändige und leidenſchaftliche Zärtlichkeit oder durch die ſub⸗ lime Ergebenheit, welche zuweilen das Familiengefühl ſo hoch erhebt.
Dabei verband ſich der Kummer von Albine mit ihren verſchiedenen widrigen Empfindungen gegen mich in Betreff unſerer Hochzeitnacht. Vor unſerer Abreiſe hatte ich Zeit gehabt, Madame Claude zu fragen, was ſie in der Phyſiognomie oder in der Sprache ihrer Gebieterin während der Zeit beobachtet, wo ſie durch ihren Dienſt allein bei meiner Frau zurückgehalten worden ſei.
Folgendes war die Antwort von Madame Claude:
„Als ich bei Madame eintrat, ſaß ſie in ihrem Schlafrocke in einem Fauteuil; ſie ſtützte ihre Ellen⸗ bogen auf ihre Kniee, ihre Stirne auf ihre Hände, war unbeweglich wie eine Bildſäule und rührte ſich nicht, da ſie mich ſah.
„„Will ſich Madame ankleiden?““ fragte ich. „„Ich erlaube mir, Madame daran zu erinnern, daß ſie um eilf Uhr mit dem Herrn abreiſen ſoll, und daß es ſchon neun Uhr iſt.““
„Madame ſchien mich nicht zu hören, denn ſie ließ mich lange ohne Antwort; dann ſagte ſie zu mir, als ob ſie plötzlich erwacht wäre:
„„Meine gute Frau, haben Sie eine Tochter?““


